Chapel Hill ist ein Ort, an dem klassischer Charme der Südstaaten und akademische Tradition und Würde miteinander verschmelzen. Mit ihrem einladenden Flair und interessanten Sehenswürdigkeiten empfiehlt sich die Stadt, die gemeinsam mit Durham und Raleigh das Research Triangle bildet, als erlesenes Besuchsziel, das man so schnell nicht vergisst.
Seine Existenz und den besonderen Reiz verdankt Chapel Hill der University of North Carolina. Die 1789 gegründete Universität ist die älteste staatliche Hochschule der USA. Ihr geschichtsträchtiger Campus, der das Bild der Stadt bis heute prägt, ist reich bestückt mit Sehenswürdigkeiten. Herzstück und zugleich Wahrzeichen der Universität ist die Old Well, ein von einem Pavillon eingefasster Brunnen. Es ist Tradition, dass sich Absolventen mit einem Erinnerungsfoto mit der Old Well von ihrer Studienzeit hier verabschieden.
Für Besucher empfiehlt sich dieser Ort als idealer Auftakt eines Spaziergangs über den Campus, der als einer der schönsten in den USA gilt und zweifellos zu dem Ruf Chapel Hills als einer der besten Universitätsstädte der Nation beiträgt. Ein historisches Highlight ist die Old East Residence Hall direkt neben der Old Well. 1793 erbaut, ist das schlicht gehaltene Haus nichts weniger als das älteste eigens für den Lehrbetrieb errichtete Universitätsgebäude der Vereinigten Staaten. Es markiert den historischen Ursprung der University of North Carolina.
Zwischen weitläufigen Grünflächen, alten Bäumen und gepflegten Gartenanlagen wie dem Coker Arboretum gibt es manches weitere markante Highlight zu entdecken. Dazu gehören das South Building, das historische Playmakers Theatre sowie die Wilson Library mit ihrer imposanten neoklassizistischen Fassade, vor allem aber der weithin sichtbare Morehead-Patterson Bell Tower mit seinem regelmäßig erklingenden Glockenspiel. Ein weiterer Höhepunkt ist das Morehead Planetarium and Science Center. Der Komplex beherbergt nicht nur eines der traditionsreichsten Planetarien der USA – hier trainierten auch Astronauten verschiedener Weltraummissionen die Himmelsnavigation.
Kunstliebhaber finden einige Schritte weiter im Ackland Art Museum eine erlesene Auswahl von Kunstgegenständen aus 5.000 Jahren Kulturgeschichte. Bemerkenswert sind europäische, asiatische und amerikanische Werke vom Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter solche von Größen wie Rembrandt, Dürer, Goya oder van Gogh. Dank kostenlosen Eintritts lässt sich so mancher gesparter Dollar ganz in der Nähe in einem der einladenden Lokale auf der Franklin Street umsetzen, die für jeden Geschmack das passende Angebot bereithalten.
Die Franklin Street ist eine über Chapel Hill hinaus bekannte und beliebte Hauptstraße, in der es neben bunter Gastronomie auch an Buchläden, Boutiquen und anderen Geschäften nicht mangelt. Hier verbinden sich studentisches Leben und urbanes Flair auf eine Weise, die den typischen Charme einer amerikanischen Universitätsstadt ausmachen. Abgerundet wird dies durch eine ausgeprägte Begeisterung für Basketball und Frauenfußball, die in Chapel Hill ausgesprochene Popularität genießen. Bei Heimspielevents herrscht in der gesamten Stadt buchstäblich Ausnahmezustand und sind viele der mehr als 60.000 Einwohner im besten Sinne des Wortes aus dem Häuschen.
Kulturfreunde sollten sich das Horace Williams House vormerken. Das historische Haus zwischen der Franklin und der Rosemary Street öffnet seine Türen für Ausstellungen, Lesungen, Aufführungen und andere Kleinkunstveranstaltungen. Eine richtig große Bühne bietet die Memorial Hall mit 1.000 Plätzen, die das Carolina Performing Arts Center beherbergt. Ein bei Einheimischen und Besuchern beliebter Veranstaltungsort für Livemusik ist Cat’s Cradle im unmittelbar angrenzenden Nachbarort Carrboro.
Chapel Hill lässt sich hervorragend mit den ebenfalls lohnenden Städten Durham und Raleigh verbinden, die nur eine Viertel- bzw. halbe Autostunde entfernt liegen und sich ebenfalls lohnen. Vor allem North Carolinas Hauptstadt Raleigh dürfte Kulturliebhaber allein schon wegen seiner aufsehenerregenden Museen verzücken.