Die Vanderbilt Mansion National Historic Site ist einer der Orte, an denen man auf den Spuren des luxuriösen Lebensstils der amerikanischen Oberschicht wandeln kann. Die schlossartige Villa auf einem 85 Hektar großen Anwesen im Herzen des Hudson Valley zwischen New York City und Albany war eines der Wohnhäuser des Industriellen Frederick William Vanderbilt und seiner Ehefrau Louise Holmes Anthony. Die Opulenz dieses Meisterwerks amerikanischen Designs versetzt bis heute in Staunen.
Besucher unternehmen eine Zeitreise in das so genannte Vergoldete Zeitalter (Gilded Age). Die Villa entstand von 1896 bis 1899 im Stil des zu dieser Zeit populären Beaux Arts. Obwohl die Vanderbilts es nur als Feriendomizil nutzten, ließ das Haus es ihren prominenten Bewohnern an nichts mangeln. Vor allem ersichtlich wird dies an der verschwenderischen Inneneinrichtung voller Marmor, Samt und Holzvertäfelungen. Edle Möbelstücke und Gegenstände, darunter manch historisches Relikt aus Europa, komplettieren die Einrichtung. Alles ist bis heute in seinem originalen Zustand erhalten.
Um das Innere des historischen Herrenhauses zu bewundern, ist eine Führung unumgänglich. Die Touren sind begehrt und insbesondere in den Sommermonaten erfahrungsgemäß schnell ausverkauft. Die Besichtigungen umfassen um die 20 Zimmer auf drei Etagen des Hauses, darunter die mondäne Reception Hall oder das Esszimmer mit einer Tafel mit Platz für bis zu 18 Gäste. Insgesamt verfügt das Vanderbilt Mansion über 54 Räume.
Ein Schmuckstück ist ein als Pavilion bekanntes Nebengebäude, das heute das Besucherzentrum des Parks beherbergt. Das Bauwerk im Kolonialstil diente den Vanderbilts als Residenz, als sich das Haupthaus noch im Bau befand, und später der Unterbringung unverheirateten männlichen Besuchs, während alleinstehende Frauen im Haupthaus logieren durften. Auf die strikte Trennung der beiden Geschlechter legte man Wert, um jeglichem Potenzial für mögliche Skandale aus dem Weg zu gehen.
Schließlich lohnt sich ein Spaziergang auf dem herrlich gelegenen Anwesen. Keinesfalls auslassen sollte man dabei die Formal Gardens, ein Juwel der Gartenbaukunst, das dem Vanderbilt Mansion zur Ehre gereicht. Die Geschichte der Gartenanlagen, die in ihrer heutigen Erscheinung ab 1875 entstanden und in der Folgezeit mehrfach modifiziert wurden, reicht bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Damals gründete der angesehene Arzt Samuel Bard aus New York City auf dem Grund des heutigen Vanderbilt Mansions eine Farm und Gärten mit einem Gewächshaus, in dem er exotische Pflanzen züchtete. Von einem Aussichtspunkt nördlich der Villa erlebt man einen schönen Blick über das Flusstal. Dass Vegetation die Sicht dabei etwas behindert, ist eine Tatsache, die sich verschmerzen lässt.
Übrigens: Obgleich das Vanderbilt Mansion mit seinen üppigen Dimensionen seine Besucher fraglos in Erstaunen versetzt, wirkt es geradezu unscheinbar im Vergleich zum Biltmore Estate in North Carolina. Das weitläufige Herrenhaus mit mehr als 250 Zimmern wurde ebenfalls für ein Mitglied des Vanderbilt-Clans errichtet und gilt bis heute als größtes Wohnhaus der USA.