Der Valley Forge National Historical Park markiert einen ganz besonderen Schauplatz in der Geschichte der USA und ist im nationalen Bewusstsein von enormer Bedeutung. Der Park in King of Prussia vor den Toren von Philadelphia umfasst den Ort, an dem während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges die Kontinentalarmee unter George Washington von Dezember 1777 bis Juni 1778 ihr Winterlager hatte. Besucher wandeln hier nicht einfach nur auf geweihtem Boden, sondern erleben einen informativen und landschaftlich reizvollen Kontrast zum geschäftigen Treiben in einer der größten Metropolen des Landes.
Der Park erstreckt sich über 14 Quadratkilometer und umfasst eine Reihe von originalen Bauwerken, Rekonstruktionen und Denkmälern inmitten einer ruhigen Hügellandschaft mit Wäldern, Wiesen. Eines seiner Aushängeschilder ist der imposante National Memorial Arch zu Ehren Washingtons und seiner Soldaten. 1917 feierlich eingeweiht, ziert der markante Triumphbogen einen Hügel im Süden des Parks und ist einer der meistfotografierten Orte.
Die wohl bedeutendste Attraktion ist indes das Isaac Potts House, das auch als Washington’s Headquarters bekannt ist. Erbaut um das Jahr 1770, diente das im Original erhaltene Haus George Washington als Hauptquartier. Die historische Kostbarkeit im georgianischen Kolonialstil mit ihrem typischen Bruchsteinmauerwerk ist sorgfältig restauriert und im Inneren mit echten sowie rekonstruierten Einrichtungsgegenständen jener Zeit ausgestattet. Damit zählt das Bauwerk zu den authentischsten Orten im Valley Forge National Historical Park.
Überall in den Hügeln des Parks finden sich rekonstruierte Holzhütten, die den einfachen Behausungen im entbehrungsreichen Winterlager nachempfunden sind. Sie lassen die harten Bedingungen erahnen, die damals herrschten. Fast 2.000 Soldaten starben hier an Hunger und Krankheiten. An die Ereignisse erinnert der Parks auf vielerlei Weise und in eingänglichen Formaten.
So stoßen genannte Reenactments, bei denen Mitarbeiter des Parks und Freiwillige Szenen des Winterlagers nachstellen, stets auf reges Interesse. Vor allem im Bereich der Muhlenberg Brigade zeichnen die lebendigen Geschichtsdarstellungen ein eindrucksvolles Bild des harten Soldatenalltags. Benannt nach dem deutschstämmigen General Peter Muhlenberg, dessen Einheit aus teils deutschsprachigen Truppen die Verteidigungslinie sicherte, ist die Muhlenberg Brigade heute ein weiteres Highlight des Parks. Es ist eine Station an der ausgeschilderten Autotour, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten verbindet und leicht zugänglich macht. Die Rundstraße beginnt und endet am Visitor Center at Valley Forge, einem weiteren Ort von Interesse.
Das Besucherzentrum hält in Ausstellungen Antworten auf viele Fragen rund um die schicksalsträchtige Zeit bereit. Dabei macht man auch Bekanntschaft mit Friedrich Wilhelm von Steuben, der in den USA verehrt wird. Der ehemalige preußische Offizier kam im Februar 1778 nach Valley Forge und verwandelte die hungernden und demoralisierten Soldaten mit rigorosem Drill und konsequenten hygienischen Standards binnen kürzester Zeit in eine schlagkräftige Armee. Obwohl Washington ein brillanter Führer und Stratege war, ist es wohl letztlich von Steubens Durchsetzung preußischer Tugenden, die Valley Forge zum Wendepunkt auf dem Weg zum Erfolg der Revolution werden ließ.
Das Areal wurde bereits im Jahr 1893 als erster State Park Pennsylvanias unter Schutz gestellt, um den Ort des Winterlagers unverändert für die Nachwelt zu erhalten. 1976 übertrug der Staat anlässlich des zweihundertsten Jahrestages der Gründung der USA den Park an den Bund, der ihn seither als Nationalpark betreibt. Der Eintritt nach Valley Forge, das ohne Weiteres als herausragender Meilenstein in der Geschichte des Landes bezeichnet werden kann, ist übrigens kostenlos.
Gerade einmal eine halbe Autostunde von Downtown Philadelphia entfernt, lässt sich ein Ausflug nach Valley Forge trefflich mit anderen Sehenswürdigkeiten verbinden. Bekannte Museen in der unmittelbaren Umgebung des Parks sind etwa das Wharton Esherick Museum und das John James Audubon Center. Wer stattdessen auf ein ultimatives Einkaufserlebnis aus ist, findet gleich um die Ecke eine der besten Gelegenheiten hierfür weit und breit. Die King of Prussia Mall ist mit 400 Läden das größte Einkaufszentrum an der Ostküste der USA. Schnäppchenjäger kommen ein paar Kilometer weiter in den Philadelphia Premium Outlets auf ihre Kosten.