Nemours Estate

Das Nemours Estate ist ein erlesenes Ausflugsziel, das bei einem Besuch in Wilmington zum touristischen Pflichtprogramm gehört. Es zählt mit einem prachtvollen Herrenhaus und formvollendeten Gartenanlagen zu den außergewöhnlichsten Anwesen im Osten der USA und hinterlässt nachhaltigen Eindruck. Der einstige Landsitz der einflussreichen Familie du Pont ist einem europäischen Schloss nachempfunden und gibt Einblick in eine Welt von unvorstellbarem Luxus und französischer Lebensart.

Zu verdanken ist dieses Juwel dem Industriellen Alfred I. du Pont, der das Anwesen zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Hommage an seine französische Herkunft errichten ließ und es nach dem Heimatort seiner Vorfahren benannte. Auf diese Weise präsentiert sich das Nemours Estate als ein Stück Frankreich im Herzen von Delaware. Mittelpunkt ist eine opulente Villa mit nicht weniger als 77 Zimmern. Ein Meisterstück neoklassizistischer Architektur, sind ihre Räume reich gefüllt mit antiken Möbeln, kostbaren Teppichen und wertvollen Kunstwerken.

Die Ausstattung umfasst neben einem seltenen Porträt Ludwigs XVI. eine Fülle weiterer Objekte, die Alfred I. du Ponts unermesslichen Reichtum und exquisiten Geschmack spiegeln, vor allem französische Kunst des 18. Jahrhunderts. Besonderes Augenmerk verdienen seltene Uhren, Gemälde alter Meister und verschiedene Sammelstücke, darunter ein Stuhl aus der Independence Hall in Philadelphia und ein Schlitten von Ludwig XV. Besuchern bietet sich auf Schritt und Tritt eine Mischung aus Eleganz und Extravaganz in so verschwenderischem Ausmaß, dass fast der Atem stockt.

Und dabei hat man die prächtigen Gartenanlagen noch gar nicht gesehen, die dem Herrenhaus gut zu Gesicht stehen und manchem gar als wahrer Höhepunkt des Nemours Estate gelten. Es handelt sich um nichts weniger als die größten formalen französischen Gärten in ganz Nordamerika und ein einzigartiges Meisterwerk der Gartenbaukunst. Inspiriert von den Gärten des Schlosses von Versailles, kennzeichnen perfekte Symmetrie, geometrisch angelegte Beete und kunstvolle Brunnen und Wasserspiele die Anlage, von der man den Blick nicht abwenden möchte.

Über das Gelände verteilen sich formschöne Statuen, Monumente und zierende Bauten. Eines der bemerkenswertesten Werke ist die Statue von Diana the Huntress aus dem Jahr 1780. Erschaffen von dem berühmten Bildhauer Jean-Antoine Houdon, hat das Kleinod einen Ehrenplatz im Temple of Love, einem klassizistischen Pavillon am Ende der Hauptachse. Ein weiteres architektonisches Highlight ist die Kolonnade, eine offene Säulenhalle oberhalb eines Reflexionsbeckens.

Akkurat gestutzte Hecken fassen die einzelnen Bestandteile ein und erstrecken sich über Hunderte von Metern. Es ist kaum vorstellbar, welch enormen Aufwand allein die Pflege dieser Anlagen mit sich bringt. Hinter den Kulissen agiert tatsächlich ein großes Team von Gärtnern, technischem Personal und wissenschaftlichen Mitarbeitern, die dafür sorgen, dass im Nemours Estate nicht nur alles rund läuft, sondern der Anspruch an Glanz und Exzellenz jeden Tag aufs Neue erfüllt wird. Dies erklärt den stattlichen Eintrittspreis, der sich damit dann aber doch relativiert.

Auch steht Besuchern, die den selbstgeführten Rundgang über das weitläufige Nemours Estate nicht zu Fuß absolvieren möchten, ein Shuttleservice zur Verfügung. Stationen sind die Villa selbst, die Gartenanlagen und die so genannte Chauffeur’s Garage unweit des Eingangsbereichs. Letztere ist ein kleiner, aber feiner Leckerbissen für Automobilliebhaber. Die 1914 erbaute Garage beherbergt seltene Rolls-Royce-Modelle und Cadillacs der Familie du Pont.

Das Nemours Estate lässt sich hervorragend mit weiteren Sehenswürdigkeiten ganz in der Nähe, die der Unternehmerfamilie zu verdanken sind, kombinieren. Besonders zu nennen sind das Hagley Museum und das Winterthur Museum. Am Stadtrand von Wilmington lockt überdies mit dem Delaware Art Museum ein weiterer kultureller Höhepunkt, der weit über die Region hinaus bekannt ist.

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