Ein traumhaftes Paradies an Wisconsins nördlichster Spitze umfasst die Apostle Islands National Lakeshore. Der Küstenstreifen der Bayfield-Halbinsel, die in den Oberen See hineinragt, und insgesamt 21 vorgelagerte Inseln sind landschaftlich ebenso reiz- wie ökologisch wertvoll und ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher schätzen neben der malerischen Uferlinie mit Steilküsten und darin verborgenen Seehöhlen die vielfältigen Möglichkeiten, sich mit der Natur der Umgebung auf unvergessliche Weise zu verbinden.
Am besten oder eigentlich fast zwangsläufig beginnt man eine Entdeckungstour durch das facettenreiche Naturschutzgebiet vom Festland aus. State Route 13 erschließt die Halbinsel und ist bereits für sich genommen ein Erlebnis. Mehr oder weniger dicht der Küste folgend, ist die Straße auf rund 70 Meilen Länge als Wisconsin Lake Superior Scenic Byway ausgewiesen und damit einer von Amerikas wunderschönen National Scenic Byways.
Eine der hübschen Ortschaften an der Panoramastraße ist Bayfield, wo man sich am besten in einer der vielen Unterkünfte einquartiert, wenn man gleich mehrere Tage bleiben möchte, was sich angesichts der vielen Optionen, diesen Landstrich zu erleben, durchaus lohnt. Das Besucherzentrum der Apostle Islands National Lakeshore verschafft einen Überblick über die Möglichkeiten, dieses reizvolle Stück Wisconsin auszukosten. Es ist im früheren Gerichtsgebäude des Bayfield County eingerichtet. Von hier gelangt man auf der Washington Avenue in wenigen Minuten zum Hafen der kleinsten Stadt Wisconsins, wo Fähren nach Madeline Island starten, der einzigen bewohnten Insel der Apostle Islands.
In La Pointe auf Madeline Island angekommen, erwartet Besucher ein umfassendes touristisches Angebot mit Wassersport, Wandermöglichkeiten, Moutainbike-Trails und vielem mehr. Dass die größte der Apostle Islands nicht zum Naturschutzgebiet gehört, tut ihrem Reiz keinen Abbruch. Ein Teilstück im Osten der Insel ist als Big Bay State Park geschützt. Wer sein Auto nicht mit der Fähre auf die Madeline Island, kann vor Ort ein Rad mieten und sich auf diese Weise formidabel fortbewegen. Rings um Bayfield und auf Madeline Island herrscht im Juli und August Hochsaison, und dementsprechend groß ist die Besucherschar.
Totale Abgeschiedenheit verheißen dagegen die anderen Inseln, von denen nicht weniger als 21 Teil der Apostle Islands National Lakeshore sind. Dorthin geht es mit gemieteten Booten, Wassertaxis oder im Rahmen organisierter Ausflüge. Die kleinen Paradiese begeistern mit urwüchsiger Natur. Damit das auch so bleibt, ist der größte Teil der Landmasse der Apostle Islands National Lakeshore als Wildnisgebiet streng geschützt. Der Schutz umfasst auch die Wasserflächen rings um die Eilande. In dem glasklaren Wasser kommen übrigens Taucher voll auf ihre Kosten.
Die Küstenstreifen der Inseln säumen historische Leuchttürme, die nicht nur seit jeher die Schifffahrt sicher durch die Küstengewässer leiten, sondern ihren ganz typischen maritimen Charme verströmen. Nirgends in den USA gibt es auf so engem Raum mehr und schönere Leuchttürme als auf den Apostle Islands. Zu den beeindruckendsten Exemplaren zählen das Michigan Island Lighthouse, das Raspberry Island Lighthouse, das Sand Island Lighthouse und das Outer Island Lighthouse. Der Devils Island Light Tower auf der gleichnamigen Insel markiert zugleich den nördlichsten Punkt Wisconsins.
Devils Island und Sand Island sind außerdem bekannt für ihre wilden Küstenlinien mit zauberhaften Seehöhlen. Zerklüftete Steilküsten finden sich auch auf anderen Inseln. Doch um die damit verbundene Dramatik zu erleben, muss man nicht zwangsläufig ein Boot besteigen. Das Festland hält unweit von Meyers Beach einen faszinierenden Küstenabschnitt bereit. Auf dem Lakeshore Trail geht es durch urwüchsigen Wald zu imposanten Klippen. Aus halsbrecherischer Höhe bieten sich umwerfende Ausblicke. Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich aber unbedingt noch eine Kajaktour gönnen, um vom Wasser aus die hier verborgenen Seehöhlen aufs Vollste auszukosten.
Ein besonderes Erlebnis ist es übrigens, die Höhlen im Winter zu bewundern, wenn bizarre Eisformationen und meterlange Eiszapfen für ein märchenhaftes Ambiente sorgen. Die Ice Caves sind dann zu Fuß auf dem zugefrorenen See zu erreichen. Für eine Erholungspause (dann allerdings wiederum eher im Sommer) empfehlen sich schließlich die feinen Sandstrände wie etwa der Meyers Beach, der als einer der schönsten in ganz Wisconsin gilt. Beliebt ist auch der Strand an der Little Sand Bay. Hier befindet sich neben einem weiteren Besucherzentrum ein gefragter Campingplatz.
Die nächstgelegenen größeren Orte sind Washburn und Ashland. Die bedeutendste Stadt der Region ist Duluth in Minnesota. Weniger als zwei Autostunden von den Apostle Islands entfernt, lohnt sich von dort ein Tagesausflug.