Jahrmillionen alte Fossilien inmitten hochmoderner Präsentationen – das ist eine Facette des Yale Peabody Museum in New Haven, einem der spektakulärsten Naturkundemuseen der USA. Als integraler Bestandteil der weltberühmten Yale University ist die Einrichtung ein ausgesprochener kultureller Leckerbissen, der dem exzellenten Ruf der Eliteuniversität absolut gerecht wird. Besucher erwarten staunenswerte Ausstellungen auf internationalem Niveau.
Bereits im Jahr 1866 mithilfe des Philanthropen George Peabody eingerichtet und 1876 erstmals für die Allgemeinheit eröffnet, gehört das Yale Peabody Museum zu den ältesten Naturkundemuseen der Welt. Sein offizieller Name lautet übrigens Peabody Museum of Natural History. Mit über 14 Millionen Objekten, die seit der Gründung zusammengetragen wurden, ist das Museum eine einzigartige Schatzkammer. Wenngleich in den Ausstellungen nur ein winziger Bruchteil davon zu sehen ist, kann das Museum aus diesem einzigartigen Fundus immer wieder neue spannende Sonderschauen zusammenstellen.
Nach umfassender Renovierung präsentiert sich das Yale Peabody Museum auf vier Etagen als interaktive Erlebniswelt. Herzstück des Hauses, das nach wie vor einen Schwerpunkt auf den Bereich der Paläontologie legt, ist die Burke Hall of Dinosaurs mit einem gewaltigen Brontosaurus in dynamischer Pose, während in luftiger Höhe fossile Flugsaurier und Reptilien schweben. Imposant sind etwa das mächtige Otisville-Mastodon oder die riesige fossile Meeresschildkröte Archelon, die weltweit größte ihrer Art.
Ein fesselnder Blickfang ist das monumentale Wandbild „The Age of Reptiles“. Das 34 Meter lange Meisterwerk des Malers Rudolph Zallinger gilt als eine der ikonischsten künstlerischen Darstellungen von Dinosauriern überhaupt. Es wirkt so realistisch, dass die Urzeit zum Greifen nah scheint.
Nicht anderes gilt für die vielen Dioramen, eine weitere Spezialität des Yale Peabody Museum. Die dreidimensionalen Darstellungen zeigen Lebensräume aus aller Welt bis ins kleinste Detail – von den weiten Ebenen Nordamerikas bis in die Tiefen der Meere. Das Geheimnis ihrer Wirkung liegt in der geschickten Verbindung dreidimensionaler Szenen, die Tiere und andere Objekte zeigen, und fotorealistisch gestalteten Panoramen im Hintergrund. Die bestechende Illusion von Tiefe vermittelt das Gefühl, Teil des Geschehens zu sein und lässt immer wieder staunen. Berühmt ist insbesondere die Hall of North American Mammals, die ihren Betrachtern magische Momente beschert.
Nicht minder bemerkenswert sind die Galerien zur menschlichen Evolution, indigenen Kulturen oder zur Entwicklung wissenschaftlicher Instrumente. Einen einzigartigen Kontrast verheißt das Living Lab. Dort flattern bunte Schmetterlinge durch eine grüne Oase und sorgen für Momente der Leichtigkeit, die das Besondere des Museums unterstreichen. Nicht nur hier gelingt es dem Yale Peabody Museum, wissenschaftliche Exzellenz und eine unterhaltsame, eingängige Präsentation auf vollendete Weise zu verbinden. Dies trägt dem Anspruch des Museums, ein Schaufenster der Universität für die Öffentlichkeit zu sein, ebenso Rechnung wie die Tatsache, dass der Eintritt kostenlos ist.
Damit ist das Yale Peabody Museum in jeder Hinsicht eine der bedeutendsten Attraktionen in New Haven und sogar weit darüber hinaus. Am Rand des altehrwürdigen gotischen Campus gelegen, lässt sich ein Besuch ideal mit einer Campustour voller weiterer Highlights verbinden, die ebenfalls in Erinnerung bleiben wird. In unmittelbarer Nachbarschaft lädt zudem das New Haven Museum zu einem Ausflug in die lokale Geschichte ein.