Weatherspoon Art Museum

Das Weatherspoon Art Museum ist ein Geheimtipp für Liebhaber moderner Kunst. Das Museum auf dem Campus der Universität von North Carolina ist nicht nur ein Aushängeschild der Hochschule, sondern eine unverzichtbare Attraktion von Greensboro. Obgleich weniger bekannt als andere Häuser, erstaunt das hochkarätige Niveau seiner Sammlung moderner und zeitgenössischer amerikanischer Kunst selbst weitgereiste Kenner.

So begegnen Besucher im Weatherspoon Art Museum Namen, die man eher in den großen Kunstmuseen der Welt wie dem Museum of Modern Art oder dem Art Institute of Chicago vermuten würde. Dazu gehören Georgia O’Keeffe, Robert Rauschenberg oder Louise Nevelson, deren Meisterwerke das Rückgrat der insgesamt mehr als 7.000 Stücke umfassenden Sammlung bilden. Dass das Weatherspoon aus einem solch bemerkenswerten Fundus ikonischer Werke schöpfen kann, ist in erster Linie den Schwestern Claribel und Etta Cone zu verdanken.

Die passionierten Kunstsammlerinnen erkannten früh das Talent von Henri Matisse und Pablo Picasso, deren Karrieren die einflussreichen Mäzeninnen förderten. Aus dieser engen Verbundenheit erwuchs eine einzigartige Sammlung, von der zwar ein Großteil in ihrer Wahlheimat Baltimore verblieb, wo er heute im Baltimore Museum of Art bewundert werden kann. Ein beachtlicher Teil der Cone Collection kehrte indes nach Greensboro zurück, mit dem die Damen über das familiäre Textilimperium verbunden waren. Dieses imposante Vermächtnis bildet heute das Herzstück des Museums. Die Kollektion, die neben Gemälden auch Bronzen und Zeichnungen umfasst, gewährt Besuchern Einblicke in Sternstunden der modernen Kunst.

Überhaupt genießt das Weatherspoon landesweites Renommee für eine der führenden Sammlungen von Arbeiten auf Papier. Der Bestand an Zeichnungen, Aquarellen und Drucken gilt als einer der bedeutendsten seiner Art in den USA. Darunter sind seltene und bedeutende Kreationen der einflussreichen Künstlerin Eva Hesse oder innovative Collagen von Robert Rauschenberg. Ein besonderes Highlight ist Georgia O’Keeffes Werk „Blue, Green, and Black Circles“. Diesem Schatz setzt die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung „Art on Paper“, die Künstler und ihre Fans aus dem ganzen Land nach Greensboro lockt, buchstäblich die Krone auf.

Bei seiner Gründung im Jahr 1941 war kaum abzusehen, dass das Weatherspoon Art Museum einmal zu den namhaftesten Kunsteinrichtungen im Südosten der USA gehören würde. Seine Geschichte beginnt bescheiden, und zwar als Kunstgalerie in einem umgebauten Physiklabor der Universität von North Carolina. Benannt nach der Kunstpädagogin Elizabeth McIver Weatherspoon, wurde die Lehrgalerie vor allem dank des Engagements der Cone-Schwestern zu einem kulturellen Anker, dem man im Jahr 1989 ein eigenes Gebäude als angemessenen Rahmen widmete.

Bemerkenswert dabei ist, dass der Eintritt zum Weatherspoon selbst während dieser Sonderschau kostenlos ist. Mit dem freien Zugang unterstreicht das Haus seinen Anspruch, kein Privileg für besser betuchte Kenner zu bieten, sondern das Geschenk kulturellen Austauschs für jeden zugänglich zu machen. Abrunden lässt sich der Rundgang durch die Galerien im angeschlossenen Skulpturengarten. Inmitten.von Werken bekannter Bildhauer genießt man in der kleinen Oase eine gelungene Mischung aus moderner Kunst und Campus-Leben.

Nach oben scrollen