Ein Ort, der zweifellos Aufsehen erregt, ist das Museum of Pop Culture in der Westküstenmetropole Seattle. Hier dreht sich alles um Popkultur in ihren schillerndsten Erscheinungsformen, von Rockmusik über Multimedia bis hin zu Science Fiction. Selbst wer sich nicht sonderlich für das Thema interessiert, wird in diesem außergewöhnlichen Museum, das zu einem der extravagantesten Häuser der USA zählt, ein ums andere Mal staunen und am Ende vielleicht sogar zu einem Fan.
Schon beim ersten Anblick wird klar, dass dieses Museum mit Konventionen bricht. Erbaut nach Plänen des legendären Architekten Frank Gehry, ist das Museumsgebäude nichts weniger als ein visuelles Erdbeben im Seattle Center. Zu Füßen der berühmten Space Needle gelegen, stellt die Gebäudehülle eine geschmolzene Gitarre dar, deren bunt leuchtenden Teile zu zerfließen scheinen. Über 3.000 Paneele aus Stahl und Aluminium umhüllen das gewundene Bauwerk und tauchen es je nach Tageszeit in wechselnde Farben. Im Volksmund hat sich eingebürgert, die durchaus kontroverse Konstruktion als Kleckse zu bezeichnen.
Eindrücklich ist der Blick auf das Museum of Pop Culture von der Aussichtsplattform der Space Needle. Doch der eigentliche Clou besteht darin, sich mit der Monorail zu nähern, die von dem radikalen Bauwerk förmlich verschluckt wird. Bei seiner Errichtung im Jahr 2000 hat man das Museum kurzerhand um die Bahnlinie herumgebaut. Die Fahrt mitten durch das Museum dürfte weltweit ebenso einmalig sein, wie die Einrichtung selbst. Für einige Momente erhaschen Passagiere Einblick in das surreale Innenleben mit gigantischen Leinwänden und bunten Galerien, die Neugier wecken.
Diese gilt es bei einem Rundgang durch das Museum of Pop Culture zu befriedigen, das mit rund 100.000 Ausstellungsstücken zu den weltweit größten und bedeutendsten Häusern seiner Art zählt. So beherbergt das MoPOP, wie sich das Museum selbst oft nennt, unter anderem die weltweit größte Sammlung von Gegenständen rund um Jimi Hendrix und Nirvana. Bemerkenswert sind die umfangreichen Archive zu Horrorfilmen, Videospielen und Science-Fiction. Nicht alles davon ist dauerhaft zu sehen, sondern bildet den Grundstock für wechselnde Sonderschauen, die ihre Besucher immer wieder neu faszinieren.
Zweifellos in Erinnerung bleibt auch das Herzstück des Museums, eine einzigartige Skulptur aus mehr als 500 Musikinstrumenten namens „If six was nine“. Wie ein kraftvoller Tornado türmt sich das Kunstwerk über mehrere Stockwerke auf und ist ebenso ein zentraler Blickfang wie Objekt für reichlich Interpretationsspielraum. Der Titel ist eine Hommage an den gleichnamigen Song von Jimi Hendrix aus dem Jahr 1967.
Ganz gleich ob man das Museum of Pop Culture nun wegen seiner Musiklegenden, der filmischen Schätze oder einfach nur aus purer Lust an architektonischer Provokation besucht – es fesselt seine Gäste auf die eine oder andere Weise und ist ein unverkennbares Zeichen, dass man in Seattle gern ausgetretene Pfade verlässt. Auf diese Weise steht das MoPOP ganz in der Tradition der Space Needle.
Allerdings hat der exklusive Blick in die Welt der Popkultur seinen Preis, ebenso wie die Space Needle und das ebenfalls benachbarte Pacific Science Center, die beide zu den Top-Attraktionen der Stadt zählen. Daher empfiehlt ein Blick auf regionale Sparangebote. Kombitickets wie der Seattle CityPASS machen den Eintritt zu diesen Must-Sees deutlich erschwinglicher.