Hunter Museum of American Art

Das Hunter Museum of American Art ist eines der kulturellen Aushängeschilder von Chattanooga. Seine spektakuläre Lage auf einer Klippe über dem Tennessee River, das imposante Erscheinungsbild und sorgfältig kuratierte Ausstellungen, die den enormen Reichtum amerikanischer Kunst von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart repräsentieren, machen es zu einer Attraktion, die weit und breit ihresgleichen sucht.

Bereits die Hülle des Museums ist ein künstlerisches Statement. Die drei Gebäude, die die Einrichtung umfasst, stehen wie ein Sinnbild für die amerikanische Architekturgeschichte. Das ursprüngliche Hauptgebäude, eine neoklassizistische Villa aus dem Jahr 1904, wurde 1975 um einen brutalistischen Anbau erweitert und schließlich 2005 nochmals ergänzt. Der letzte Anbau, der heute Besucher empfängt und als Mittelpunkt des Museums dient, fasziniert mit einer futuristischen Gestaltung, die für das als traditionsverliebt geltende Chattanooga geradezu revolutionär ist.

Der moderne Westflügel scheint aus den 25 Meter hohen Klippen herauszuwachsen und sich über den Fluss schieben zu wollen. Seine geschwungenen Formen erinnern an eine Welle, die in Stein, Glas, Zink und Edelstahl gegossen ist. Dabei lassen die großen Fensterfronten nicht nur reichlich Licht ins Innere des Bauwerks. Sie tragen dazu bei, dass die umgebende Landschaft und die Kunstschätze, die das Hunter Museum of American Art beherbergt, förmlich ineinanderfließen.

Dazu passt die Abteilung der Hudson River School. Die erste eigenständige Schule der amerikanischen Landschaftsmalerei ist berühmt für ihre detailgetreuen Motive und ist eines der Glanzlichter der Sammlung. Besucher können sich auf Werke von Meistern wie Thomas Cole oder Albert Bierstadt freuen. Sie fangen die ungezähmte Wildnis Amerikas so realistisch ein, dass man sich beim Betrachten beinahe als Teil dieser Landschaften fühlt.

Der Reichtum, den das Hunter Museum of American Art verkörpert, reicht über den amerikanischen Impressionismus mit Vertretern wie Mary Cassatt oder Childe Hassam bis zu abstrakten Skulpturen von heute. In der Gegenrichtung beeindrucken bemerkenswerte Porträts aus der Kolonialzeit mit einer fast schon fotografischen Präzision. Damit verspricht die Einrichtung eine vollständige Entdeckungsreise auf einem aufwendig kuratierten Weg durch mehrere Jahrhunderte amerikanischer Kunst.

Das Hunter ist übrigens längst nicht der einzige Ort in der näheren Umgebung, an dem sich in Sachen Kunst aus den Vollen schöpfen lässt. Das historische Viertel ringsum ist bekannt als Bluff View Art District und erwartet seine Besucher mit weiteren Sehenswürdigkeiten. In restaurierten Häusern sind Galerien, gemütliche Cafés und das Houston Museum of Decorative Arts untergebracht. Sogar die Nacht kann man hier auf gediegene Weise verbringen.

Schöne Ausblicke über den Tennessee River lassen sich mit einer ruhigen Erholungspause im versteckt gelegenen Bluff View Sculpture Garden verbinden. Auf dem malerischen Williams Stairway oder alternativ auf der breiten Promenade der First Street gelangt man schließlich zum Tennessee Aquarium. Dieses ist einer von weiteren Magneten, mit denen sich die Innenstadt von Chattanooga als anziehendes Ausflugsziel empfiehlt.

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