Winston-Salem

Winston-Salem ist eine bedeutende Stadt im Norden von North Carolina. Hervorgegangen aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortschaften, blickt die Doppelstadt auf eine lange Geschichte, die im Fall von Salem sogar bis in das Jahr 1766 zurückreicht. Allein das ist schon Grund genug, der kleinen Metropole, die immerhin eine Viertelmillion Einwohner zählt, einen Besuch abzustatten.

Zweifellos ein Muss ist der historische Bethabara Historic District, die Keimzelle des heutigen Winston-Salem. Im Jahr 1753 ließen sich hier Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine aus Pennsylvania erstmals in North Carolina nieder, die später Salem errichteten. Neben einigen Nachbauten historischer Strukturen wie einem Palisadenfort gibt es hier vor allem das Gemeinhaus aus dem Jahr 1788 zu bestaunen. Der denkmalgeschützte Bereich gibt einen Vorgeschmack auf den eigentlichen historischen und somit touristischen Dreh- und Angelpunkt der Stadt, Old Salem.

Old Salem ist ein lebendiges Geschichtsmuseum mit restaurierten Gebäuden rings um den Salem Square, in denen Darsteller die Besucher mit dem Leben und Alltag der Leute der Herrnhuter Brüdergemeine (im Englischen Moravian Church) vertraut machen. Hier kann man Schmied, Schuster, Töpfer oder Bäcker bei ihrem althergebrachten Handwerk über die Schultern schauen oder in der historischen Bäckerei Winkler aus dem Jahr 1807 die eine oder andere nach traditionellem Rezept zubereitete Köstlichkeit naschen.

Es lohnt sich aber auch, einfach nur die historischen Bauwerke zu bewundern. Die Mehrzahl ist sogar noch in ihrer ursprünglichen Bausubstanz erhalten. Bemerkenswert ist etwa die Salem Tavern aus dem Jahr 1784. Sie ist das erste vollständig aus Ziegeln errichtete Haus in Old Salem.

Das Museum of Early Southern Decorative Arts ist zwar auch Teil von Old Salem, es ist jedoch in einem modernen Gebäude untergebracht. Wie sein Name schon verrät, zeigt es frühe Beispiele von Gebrauchskunst, die im 19. Jahrhundert in verschiedenen Südstaaten entstand. Die Sammlung ist eine Facette in Winston-Salems Bestreben, sich als Kunstmetropole zu inszenieren.

Im Jahr 2014 verlieh sich Winston-Salem den Beinamen als Stadt der Kunst und Innovation. Tatsächlich kommt dieses Motto an vielen Stellen zur Geltung, sei es in Form großer Wandbilder oder durch mehrere aufgestellte Art-o-maten, die an Zigarettenautomaten erinnern, doch statt Glimmstengeln kleine Kunstgegenstände ausspucken. Rings um die Kreuzung von Sixth Street und Trade Street hat sich ein Kunstbezirk voller Galerien und anderer Einkaufsmöglichkeiten etabliert, um den manch andere Stadt Winston-Salem beneidet.

Das gleiche gilt auch im Übrigen für die örtliche Kunst- und Kulturlandschaft. Bekannt sind das North Carolina Museum of Art (vormals Southeastern Center for Contemporary Art, heute eine Zweigstelle des renommierten North Carolina Museum of Art in Raleigh) mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Künstler aus aller Welt und das Reynolda House Museum of American Art nordwestlich der Innenstadt. Letzteres ist in der Villa des Fabrikanten Richard Joshua Reynolds untergebracht und zeigt Werke aus der Kolonialzeit bis zur Gegenwart.

Das in Downtown befindliche Stevens Center ist der führende Veranstaltungsort für die darstellenden Künste, die in verschiedensten Ausprägungen in Winston-Salem ebenfalls vertreten sind. Betrieben wird es von der Kunstfakultät der Universität von North Carolina, die im Rahmen eigener Theaterproduktionen ihren Talenten im wahrsten Sinne des Wortes eine große Bühne bietet. Neben Gastspielen auswärtiger Ensembles können sich Besucher auch auf Darbietungen der Winston-Salem Symphony und der Piedmont Opera freuen.

Angesichts einer derart ausschweifenden Kulturszene versteht es sich fast von selbst, dass sich die Stadt mit Events wie dem RiverRun International Film Festival oder dem National Black Theatre Festival einen Namen gemacht hat, der weit über die Grenzen North Carolinas hinaus Beachtung findet.

Ein Besuch in Winston-Salem lässt sich übrigens hervorragend mit dem benachbarten Greensboro verbinden. Beide trennt nur eine knappe halbe Autostunde. Es lohnt sich auch ein Abstecher zu einem der bei den Einheimischen besonders beliebten Ausflugsziele, dem Hanging Rock State Park. Das Schutzgebiet liegt keine 30 Meilen nördlich der Stadt und ist bekannt für seine aus dichtem Wald aufragenden Inselberge mit tollen Fernsichten.

Nach oben scrollen