Mit Greensboro schickt sich North Carolinas drittgrößte Stadt an, ein kultureller Hotspot im Südosten der USA zu werden. Zwar weniger bekannt als die beiden führenden Städte Charlotte und Raleigh, punktet Greensboro mit aufsehenerregenden Bauwerken und interessanten Highlights. Grund genug, die Stadt bei einem Trip nach North Carolina weit oben auf der Wunschliste zu platzieren.
Für die kulturelle Qualität verbürgt sich an vorderster Front das Steven Tanger Center for the Performing Arts in Downtown. Mit Broadway-Shows, Konzerten des angestammten Greensboro Symphony Orchestra und einer Fülle weiterer hochkarätiger Events bewegt sich die ultramoderne Konzerthalle mit mehr als 3.000 Plätzen auf internationalem Niveau.
Kulturellen Genuss verspricht auch das Carolina Theatre of Greensboro, das die Heimat des einzigen Ballett-Ensembles der Umgebung ist und auf eine lange Tradition verweisen kann. In der Nacht auf Halloween im Jahr 1927 eröffnet, ist es das älteste Theater der Stadt. Nach einer aufwendigen Restaurierung präsentiert sich die Bühne in ihrem mondänen Originalzustand und gilt als einer der schönsten Orte Greensboros.
Wer sich für die darstellenden Künste nicht erwärmen mag, findet in der Innenstadt mit interessanten Museen und Bauwerken viele Alternativen. Direkt gegenüber vom Steven Tanger Center ermöglicht das Greensboro History Museum eine Reise durch die Geschichte der 1808 gegründeten Stadt.
Einem bedeutenden Ereignis in der Historie der Stadt widmet sich das International Civil Rights Center and Museum. Untergebracht in einem früheren Woolworth-Kaufhaus, erinnert es an eine Sitzblockade vier schwarzer Bürgerrechtler an einer Essensausgabe des Hauses nur für Weiße am 1. Februar 1960. Der Tresen ist das Herzstück des Bürgerrechtsmuseums, das die Geschichte der systematischen Ausgrenzung Farbiger anschaulich mitteilt.
Kunstfreunde sollten sich das Weatherspoon Art Museum vormerken. Auf dem Campus der Universität von North Carolina gelegen, beherbergt es eine der führenden Sammlungen zeitgenössischer und moderner Kunst im Südosten der USA: Neben mehreren Tausend Ausstellungsstücken vornehmlich amerikanischer Künstler wie der berühmten Georgia O’Keeffe umfasst es einen schönen Skulpturengarten im Außenbereich. Der Museumsbesuch ist übrigens kostenlos.
Gratis, aber keinesfalls umsonst ist auch ein Abstecher in den Norden der Stadt zum Guilford Courthouse National Military Park. Er erinnert an die Schlacht bei Guilford Court House vom 15. März 1871, eines der schwersten Gefechte während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich das Greensboro Science Center ist ein weit über die Grenzen der Stadt hinaus anerkanntes Wissenschaftsmuseum mit angeschlossenem Zoo, Auqarium und 3D-Kino. Eine seiner Attraktionen ist das größte Karussell North Carolinas, das die im Zoo heimischen Tiere illustriert.
Mit mehreren Hunderttausend Besuchern gehört das Science Center zu den populärsten Sehenswürdigkeiten weit und breit. Zu toppen vermag das nur der Wasserpark Wet’n Wild im Süden der Stadt, und das, obwohl die Saison nur von Ende Mai bis Ende August dauert. Die halsbrecherischen Rutschen und andere Attraktionen bieten genau die richtige Mischung aus Nervenkitzel und Erfrischung. Das ist gerade richtig an den schwül-heißen Sommertagen, die das vorherrschende subtropische Klima mit sich bringt.
Zweifellos ein architektonischer Höhepunkt ist das Ensemble aus dem Lincoln Financial Building und dem Jefferson Standard Building. Während letzteres aus dem Jahr 1923 stammt und seinerzeit das höchste Bauwerk North Carolinas war, wurde das Lincoln Financial Building erst Ende der 1980-er Jahre erbaut. Dem höchsten Gebäude der Stadt mit seinem neogotischen Stil, der harmonisch zu seinem Nachbarn passt, sieht man sein vergleichsweise junges Alter gar nicht an.
Weitere imposante Bauwerke sind das Preyer Federal Building aus dem Jahr 1933 im Stil des Art déco und die 1927 eröffnete Greensboro Station. Der umfassend restaurierte Bahnhof ist eines der besten Beispiele der Region für die Gestaltung im Beaux-Arts. Eine Attraktion ist mit dem Blandwood Mansion das älteste Bauwerk der Stadt. Ursprünglich im Jahr 1795 als Farmhaus errichtet, ließ sein späterer Bewohner, North Carolinas Gouverneur John Motley Morehead, es im Jahr 1844 zu seinem heutigen Erscheinungsbild umbauen und erweitern. Seitdem präsentiert sich die Villa im toskanischen Italianate-Stil. Sie ist das früheste Exemplar dieser Richtung in den USA.
Das Anwesen beherbergt ein Hausmuseum und ist bekannt für seine schöne Gartenanlage. An Gärten und Parks herrscht in Greensboro auch im Übrigen kein Mangel. Von kleinen Anlagen in Downtown wie dem Center City Park bis hin zu weitläufigen Parks wie dem Arboretum der Stadt, einem der schönsten Botanischen Gärten North Carolinas. Dazwischen befinden sich mehr als 70 Meilen (112 km) an Wegen zum Spazieren und Radfahren. Der Owl’s Roost Trail gilt wiederum als einer der besten Radwege des Staates. Am besten überzeugt man sich selbst.
In weniger als einer halben Stunde mit dem Auto zu erreichen, empfiehlt sich Winston-Salem für einen Abstecher. Sie ist ebenfalls eine der größten Städte North Carolinas und macht in kultureller Hinsicht Greensboro durchaus Konkurrenz.