Ein lohnendes Ausflugsziel ist die im Pazifischen Nordwesten gelegene Columbia River Gorge. Östlich von Portland hat der mächtige Columbia River das Kaskadengebirge durchbrochen und eine breite Schlucht geschaffen. Aufgrund seiner außergewöhnlichen landschaftlichen Schönheit steht das Durchbruchstal als Columbia River Gorge National Scenic Area unter Schutz des Bundes.
Die imposante Schlucht erstreckt sich von Portland und Vancouver rund 80 Meilen (etwa 130 Kilometer) nach Osten. Zwischen den östlichen Vorstädten und dem flussaufwärts gelegenen Ort The Dalles ist die Colmbia River Gorge, die zugleich die Grenzlinie der Staaten Oregon und Washington markiert, besonders malerisch. Zu beiden Seiten des Columbia River erheben sich bewaldete Hänge. Sie überragen den Fluss stellenweise bis zu eintausend Meter. Von den mehr oder weniger steilen Abhängen ergießen sich unzählige Wasserfälle.
Besonders hoch ist die Anzahl dieser Kaskaden auf der südlichen Seite. Unter den dortigen 90 Wasserfällen finden Schönheiten wie die Bridal Veil Falls, die Wahkeena Falls oder die Horsetail Falls stets die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Äußerst reizvoll präsentieren sich die Multomah Falls, die rund 190 Meter hoch sind und zu den meistbesuchten Attraktionen in Oregon zählen. Die Multnomah Falls lassen sich aus verschiedenen Perspektiven bewundern. Ein steiler Trail führt sogar bis oberhalb der Stelle, von der sich die Wassermassen in die Tiefe stürzen.
Überhaupt ist die Gegend eine beliebte Destination zum Wandern und von zahlreichen Routen durchzogen, die mit ihren Steigungen oft recht anspruchsvoll sind, dafür aber zu einmaligen Aussichtspunkten führen. Populär sind beispielsweise die Wanderroute zum Mitchell Point, der Trail zum Cape Horn Overlook oder der Aufstieg auf die Coyote Wall, eine imposante Basaltformation. Der Dog Mountain Trail, der für seine Blütenteppiche aus Wildblumen bekannt ist, lohnt sich vor allem im Frühjahr. Der Dog Mountain Lookout ist wiederum einer der Orte, an denen einem die Columbia River Gorge zu Füßen liegt.
Auf dem Fluss selbst trifft man häufig Kite- und Windsurfer an. Sie finden auf dem Columbia River ideale Bedingungen, denn dank atmosphärischer Unterschiede östlich und westlich des Kaskadengebirges wirkt die Schlucht wie ein Windkanal. Vor allem die Kleinstadt Hood River ist hierfür bekannt. Sie bezeichnet sich selbst als „Windsurfing Capital of the World“ und empfiehlt sich auch sonst als interessantes Reiseziel inmitten der Columbia River Gorge.
Am Historic Columbia River Highway auf der Südseite der Schlucht reihen sich zahlreiche historische Relikte aneinander. Besonders prägnant ist das Vista House am Crown Point. 1918 im Stil der Art Nouveau erbaut, bietet es seitdem Schutz und eine der besten Aussichten über die Schlucht. Es ist mittlerweile eine der bekanntesten Landmarken in Oregon. Auch der Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Highway selbst ist eine Attraktion. Seiner historischen Bedeutung und den landschaftlichen Reizen trägt die Ernennung zur All-American Road angemessen Rechnung.
Technisch interessant ist das Bradford Island Visitor Center am Bonneville Dam. Es ist bekannt für seine Fischtreppe, die Lachsen und anderen Fischarten ermöglicht, das Sperrwerk zu überwinden. Besucher können unterhalb des Wasserspiegels die vorbeiziehenden Fische beobachten. Der Staudamm aus den 1930-er Jahren steht inzwischen unter Denkmalschutz, dient aber nach wie vor der Stromerzeugung, dem Hochwasserschutz und der Sicherung der Schiffbarkeit des Columbia River flussaufwärts.
Einziger Makel sind die stark befahrene Interstate 84 und Eisenbahntrassen, die dem Flusslauf durch die Schlucht folgen. Sie und die verstreuten Ortschaften in der Columbia River Gorge standen der ursprünglich angedachten Einrichtung eines Nationalparks im Wege. Stattdessen behalf man sich mit der Schaffung einer neuen Schutzkategorie und wies die Region im Jahr 1986 als Columbia River Gorge National Scenic Area aus.