Der Devil’s Lake State Park im südlichen Herzen Wisconsins steckt voller Naturwunder, die man in diesem Teil der USA in der Form nicht unbedingt erwarten würde. Der Park rings um den gleichnamigen See ist berühmt für seine zerklüfteten Felsformationen, die sich am Ufer bis zu 150 Meter hoch auftürmen. Eine knappe Autostunde nordwestlich von Madison gelegen, ist der mit 37 Quadratkilometern größte State Park Wisconsins vor allem bei Bewohnern der Hauptstadtregion ein beliebtes Ausflugsziel.
Obwohl der namensgebende See, ein Relikt der letzten Eiszeit, den Mittelpunkt des Erholungsgebietes bildet, fallen die markanten Felsen aus extrem hartem Quarzitgestein sofort ins Auge und wecken Interesse bei Wanderern und Kletterern. Der Devil’s Lake State Park gilt gar als eines der wichtigsten Kletterreviere im Mittleren Westen. Oft sieht man Kletterer, die sich in den anspruchsvollen Steilwänden emporarbeiten.
Die bekanntesten Einzelformationen des Parks sind der monumentale Devil’s Doorway und der kurios anmutende Balanced Rock oberhalb des Ostufers. Der East Bluff Trail und auf der gegenüberliegenden Seite der West Bluff Trail gehören zu den spektakulärsten und beliebtesten Wanderwegen weit und breit. Letzterer ist ein Teilstück des Ice Age National Scenic Trails, eines fast 2.000 Kilometer langen Fernwanderweges, der kreuz und quer durch Wisconsin verläuft.
Wer es weniger steil mag, kann auf dem Tumbled Rocks Trail ein Gesteinsfeld aus riesigen Felsbrocken am Fuß der westlichen Klippen durchqueren. Dabei kommt man streckenweise dem Ufer des Devil’s Lake nah, der vor allem im Sommer seine Karten ausspielt. Der abflusslose See wird von Regen- und Quellwasser gespeist und ist bekannt als eines der saubersten Gewässer im ganzen Staat. Das kristallklare Wasser bietet beste Voraussetzungen, um sich zu erholen, woran auch ein striktes Verbot von Motorbooten seinen Anteil hat.
In der warmen Jahreszeit gleiten Kajaks, Ruderboote und Stand-Up Paddler über die häufig spiegelglatte Wasserfläche. Dank Verleihstationen am Nord- und am Südufer kann man sich diesem Erlebnis hingeben, ohne eigenes Equipment mitbringen zu müssen. Auch Angelausrüstung ist erhältlich, so dass sich Petrijünger spontan entschließen können, Barschen, Hechten und Forellen nachzustellen. Nicht zuletzt laden zwei weitläufige Strände zum Baden ein.
Innerhalb des Parkgeländes finden sich mit so genannten Effigy Mounds zudem verschiedene Relikte des indigenen Erbes. Diese Erdhügel in Form von Tierfiguren zeugen von der Bedeutung des Sees als spirituellem Ort für die Altvorderen und sind typisch für die gesamte Region. Das bekannteste Relikt im Devil’s Lake State Park ist der Bird Mound am südöstlichen Ufer des Sees.
Dass der Park mit kulturhistorischen Relikten, seiner spektakulären Geologie und vielen Aktivitäten die verschiedensten Interessen bedient, trägt zweifellos zu seiner Popularität bei. Das hat allerdings auch zur Folge, dass vor allem an Wochenenden die Parkplätze regelmäßig bereits am frühen Vormittag voll sind. Für dieses lohnenswerte Ziel sollte man daher nach Möglichkeit einen Wochentag vorsehen.