Die Cathedral of Saint Paul gilt als eines der bemerkenswertesten Bauwerke Nordamerikas. Das markante Wahrzeichen von Minnesotas Hauptstadt Saint Paul ist berühmt für seine Architektur, Materialvielfalt, verschwenderische Ausstattung und schiere Größe. Die Kathedrale ist mit ihrer imposanten Kuppel nicht nur ein Anker in der Skyline der Stadt, sondern als eine ihrer wichtigsten Attraktionen auch ein kultureller und spiritueller Magnet, dessen Anziehungskraft weit über die Region hinausreicht.
Seit ihrer Eröffnung am Palmsonntag im Jahr 1915 thront die Cathedral of Saint Paul auf der Spitze des Cathedral Hill westlich der Innenstadt. Die monumentale Erscheinung der sechstgrößten Kirche der USA ist inspiriert vom Petersdom in Rom und der Kathedrale von Florenz, und ihre Kuppel gehört zu den größten des Kontinents. Die mit Kupfer überzogene Haube überragt mit 93 Metern Höhe beträchtlich den weißen Rundbau des in Sichtweite befindlichen Minnesota State Capitols.
Die katholische Kirche mit Platz für bis zu 3.000 Menschen lockt nicht nur gläubige Katholiken zum Gottesdienst, sondern zieht zahllose Besucher in ihren Bann. Verschlägt einem schon die imposante Erscheinung der im Beaux-Arts-Stil gestalteten Gebäudehülle aus heimischem Granit den Atem, gerät man im Inneren ins Staunen und Schwärmen. Im gewaltigen Hauptschiff strahlt eine Pracht aus Goldmosaiken und kostbarem Marmor, der aus Europa und Afrika importiert wurde.
Besonderes Augenmerk verdient der Hochaltar mit seinem zehn Meter hohen, auf dunklen Marmorsäulen ruhenden Bronzebaldachin. Gefertigt aus weißem Carrara-Stein, ist das Ensemble eines der meisterlichen Werke, die sofort ins Auge stechen, während man zahllose weitere Details entdeckt, wenn man den Blick schweifen lässt. Dazu zählen die aufwendigen Mosaike oder die kunstvoll gestalteten Buntglasfenster.
Ein einzigartiges Kleinod sind die sechs Kapellen des „Shrine of the Nations“, die sich hinter dem imposanten Altar verbergen. Sie sind den Einwanderern, die den Mittleren Westen bis heute prägen, und ihren jeweiligen Schutzpatronen gewidmet. Geschmückt mit feinen Mosaiken und Skulpturen, stehen die Kapellen als Testament für die kulturelle Vielfalt der Gemeinde mit deutschen, französischen und irischen Wurzeln.
Richtig ergreifend wird es, wenn die beiden Orgeln der Cathedral of Saint Paul das gewaltige Kirchenschiff mit ihren raumgreifenden Klängen erfüllen. Während die mächtige Skinner-Orgel auf der westlichen Empore für das klangliche Volumen sorgt, ergänzt die Sanctuary-Orgel im Altarraum feine lyrische Akzente. Mit insgesamt über 5.000 Pfeifen bieten die Instrumente eine Klanggewalt, die dem majestätischen Bauwerk zur Ehre gereicht. Am besten überzeugt man sich bei einem der regelmäßig stattfindenden Orgelkonzerte selbst. Im Rahmen der Cathedral Music Series geben sich renommierte Musiker und Chöre ein Stelldichein.