Harvard Art Museums

Die Harvard Art Museums stechen unter den ohnehin schon beachtlichen Sehenswürdigkeiten auf dem besuchenswerten Campus der Harvard University besonders hervor. Der aus drei vormals eigenständigen Häusern – Fogg Museum, Busch-Reisinger Museum und Arthur M. Sackler Museum – sowie vier Forschungseinrichtungen bestehende Komplex auf der Ostseite des Harvard Yards gehört zu den besten einer Hochschule angeschlossenen Kunstmuseen der Welt. Kunstliebhaber erwartet somit eines der kulturellen Highlights im Großraum Boston, das auch noch mit kostenlosem Eintritt überzeugt.

Mit mehr als 250.000 Objekten und einer Bandbreite, die von der Antike bis in die Gegenwart reicht und aus fast allen Teilen der Erde zusammengetragen wurde, bieten die Harvard Art Museums einen enzyklopädischen Querschnitt der Kunst- und Kulturgeschichte der Welt. Damit vermag sich die Einrichtung auch im Vergleich mit großen außeruniversitären Häusern wie dem renommierten Museum of Fine Arts in Boston zu behaupten.

Obwohl die drei Museumsteile thematisch voneinander klar abgegrenzt sind und sich auf einen backsteinernen Alt- und einen modernen Erweiterungsbau verteilen, fungiert ein imposanter Innenhof als verbindende Klammer. Der von Renzo Piano entworfene lichtdurchflutete Patio unter einem enormen Glasdach ist für sich genommen ein Kunstwerk, das dem Renommee der Harvard Art Museums ausgezeichnet zu Gesicht steht. Von hier lassen sich die einzelnen Sammlungsbereiche gezielt ansteuern.

Das Fogg Museum präsentiert europäische und amerikanische Kunst vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Aus den zahlreichen Kunstschätzen stechen Meisterwerke der italienischen Frührenaissance und eine umfassende Sammlung impressionistischer und post-impressionistischer Werke hervor. Zwei ikonische Ausstellungsstücke sind etwa das berühmte Selbstbildnis Vincent van Goghs, das er seinem Freund und Malerkollegen Paul Gauguin widmete, oder Claude Monets leuchtende Seerosen.

Das Arthur M. Sackler Museum ist auf Kunst aus dem asiatischen, indischen und islamischen Raum spezialisiert. Zu seinen Kostbarkeiten gehören unter anderem Jahrtausende alte chinesische Kultobjekte aus Jade, die mit handwerklicher Präzision und seidigem Glanz bis heute faszinieren. Nicht minder bewundernswert sind filigrane japanische Holzschnitte oder farbenprächtige Keramiken aus dem Nahen Osten. All diese aufwendig kuratierten Stücke erzählen Geschichten von frühen Hochkulturen in fernen Welten.

Als besonderes Juwel geschätzt wird das Busch-Reisinger Museum. Als einziges Museum in Nordamerika widmet es sich gezielt Kunst aus dem deutschsprachigen Raum. Unter anderem beherbergt das Haus das weltweit größte Bauhaus-Archiv außerhalb Deutschlands, Stücke des Wiener Secessionismus und Werke, die der deutsche Expressionismus hervorbrachte. Zu letzteren gehören Arbeiten von Max Beckmann oder Wassily Kandinsky, die das Publikum immer wieder aufs Neue fesseln.

Dass die Präsentation von Kunst und der wissenschaftliche Hintergrund in den Harvard Art Museums Hand in Hand gehen, kann man mit eigenen Augen erleben. Beim Blick vom Atrium aus nach oben entdeckt man hinter den Glaswänden der höchsten Stockwerke die Labore des Straus Center, in denen die Bestände mittels modernster Technologie fortlaufend untersucht, entschlüsselt und bei Bedarf restauriert werden.

Nach oben scrollen