Embarcadero

Einer der besten Orte, um das maritime Lebensgefühl San Franciscos abseits des touristischen Trubels zu erleben, ist der Embarcadero mit dem historischen Ferry Building. Hier spürt man lokales Flair, Geschichte und Tradition und kann in einer facettenreichen Gastronomie schwelgen, die ihresgleichen sucht und heute zu den berühmtesten Hafenpromenaden der USA gehört. Und außerordentlich praktisch ist diese Gegend auch, denn von hier erreicht man mit Fähren die andere Seite der Bucht, die mit Ausflugszielen wie Oakland weitere lohnende Erlebnisse verspricht.

Herzstück der Uferpromenade, die wie der angrenzende Finanzdistrikt einer umfangreichen Landgewinnung im späten 19. Jahrhundert zu verdanken ist, und weithin sichtbares Wahrzeichen ist das historische Ferry Building aus dem Jahr 1898. Seither weist sein 75 Meter hoher und der Giralda im spanischen Sevilla nachempfundene Glockenturm Reisenden Weg und Zeit und ist aus der Silhouette San Franciscos nicht mehr wegzudenken. Sogar das verheerende Erdbeben von 1906, das weite Teile der Stadt in Trümmer legte, überstand der Turm fast unbeschadet, weshalb ihn die Einheimischen als Symbol der Unerschütterlichkeit wertschätzen.

Den Drang, sich immer wieder neu zu erfinden, spiegelt auch das Innere des Ferry Buildings wider. Wo einst zahllose Pendler ihre Fähren über die Bucht bestiegen oder in der Gegenrichtung eintrafen, präsentiert sich nach umfassender Restaurierung ein lichtdurchfluteter Marktplatz, der zu den kulinarischen Meilensteinen der Region gehört. Eine Vielzahl an Restaurants, Cafés, Biergärten und spezialisierten Lebensmittelgeschäften lässt keinen gastronomischen Wunsch offen.

Ergänzt wird das ohnehin schon reichhaltige Angebot durch den mehrmals wöchentlich auf dem Platz vor dem Ferry Building stattfindenden Farmers Market. Auf dem traditionellen Wochenmarkt bieten lokale Erzeuger Spezialitäten von handgeschöpftem Käse über saftige Früchte bis zu fangfrischen Austern an, was den Embarcadero an Markttagen in ein Erlebnis für die Sinne verwandelt. Vor allem das quirlige Markttreiben am Samstagvormittag ist ein Event, dem schon fast Volksfestcharakter zuzuschreiben ist.

Doch auch sonst gibt es am Embarcadero vieles zu erleben. Abgesehen davon, dass ein Spaziergang mit einem der besten Blicke auf die imposante Oakland Bay Bridge belohnt wird, die vor allem bei Dunkelheit dank ihrer auffälligen Beleuchtung ein faszinierendes Bild abgibt, spürt man den historisch-maritimen Charme der Gegend auf Schritt und Tritt. Am besten ist es, sich einen Moment zu nehmen und den einlaufenden und abfahrenden Fähren zuzuschauen, während kreischende Möwen der Szenerie akustisch den letzten Schliff verleihen. Derweil kann man über den enormen Kontrast zwischen den historischen Anlegern und modernen Kunstinstallationen staunen, die den Embarcadero zu einer Galerie unter freiem Himmel machen.

Am Pier 15, im Norden der Promenade in etwa auf halbem Weg zwischen dem Ferry Building und dem Fisherman’s Wharf, wartet mit dem Exploratorium ein Höhepunkt, der dem Embarcadero weitere Anziehungskraft verleiht. Das interaktive Labor der Sinne lässt Kunst, Wissen und Erleben auf vielerlei Weise verschmelzen. Während Besucher sich an zahllosen Experimenten versuchen, eröffnet das vollständig verglaste Bay Observatory einen aufschlussreichen Blick auf die Bucht von San Francisco.

Auch heute noch macht der Embarcadero seinem Namen, der dem Spanischen entnommen ist und auf deutsch „Ort zum Einsteigen“ bedeutet, alle Ehre als Verkehrsknotenpunkt. Denn von hier fahren nicht nur die besagten Fähren, sondern auch die historische Straßenbahnlinie F-Line, die den Stadtteil Castro mit dem Fisherman’s Wharf verbindet, und sogar die berühmten Cable Cars. Die Endhaltestelle der California Line, einer von drei erhaltenen Linien, befindet sich in Sichtweite des Ferry Buildings. Nicht zuletzt gelangt man vom unterirdischen Schnellbahnhof Embarcadero unter anderem nach Oakland, Berkeley und zum internationalen Flughafen.

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