Mit imposanten Panoramen sowie vielen natürlichen und kulturellen Höhepunkten gehört der Jemez Mountain Trail zu den schönsten Autorouten New Mexicos. Die als National Scenic Byway ausgezeichnete Strecke umfasst im Kern die State Route 4, die durch das Herz der Jemez Mountains führt. Die Fahrt auf der 65 Meilen (105 km) langen Route verheißt nicht nur tolle landschaftliche Momente, sondern gleicht einer Zeitreise vom Erbe der Ureinwohner bis hin zum Atomzeitalter in Los Alamos.
Die äußerst wohlhabende und dennoch bescheiden erscheinende Stadt ist wie geschaffen als Ausgangspunkt für eine Entdeckungstour auf der Panoramastraße. So lohnt sich im Bradbury Science Museum ein Blick in die Atomtechnologie und ihre Meilensteine. Nur ein kurzes Stück südlich streift der Jemez Mountain Trail mit dem Bandelier National Monument eines der besten Ausflugsziele der Region. Das Schutzgebiet umfasst Canyons mit hohen Tuffsteinwänden, in denen die Ureinwohner in teils schwindelerregender Höhe Wohnhöhlen einrichteten. Außerdem versprechen Wanderwege durch das Schutzgebiet schöne Naturerlebnisse.
Nichts anderes gilt für die Valles Caldera ein paar Meilen weiter westlich. Das geologische Herzstück der Region ist das Resultat eines gewaltigen Vulkanausbruchs vor mehr als einer Million Jahren. Die fruchtbare Hochebene mit Auwiesen und Wäldern wird vom National Park Service als National Preserve verwaltet. Im Volcano Discovery Center erkundigt man sich am besten über die Geologie des Schutzgebietes, bevor man das Refugium von Hirschen und zahlreichen anderen Wildtieren auf Wanderwegen erkundet. Wer mit einem Fahrzeug tiefer in das Schutzgebiet vordringen möchte, benötigt zwischen Mai und November allerdings eine spezielle Reservierung, deren tägliche Anzahl begrenzt ist.
Im weiteren Verlauf erwarten Reisende auf dem Jemez Mountain Trail zahlreiche weitere geologische Höhepunkte. Ein lohnendes Wanderziel unweit der Strecke sind die Jemez Falls als größter Wasserfall der Region. Wer etwas ausspannen möchte, sollte sich ein Stück weiter die Spence Hot Springs nicht entgehen lassen. Allerdings ist ein Bad in den naturbelassenen warmen Quellen auch bei anderen begehrt, so dass es mitunter gar nicht so einfach ist, hier zum Zuge zu kommen.
Alternativ findet sich in der Ortschaft Jemez Springs ein Badehaus, in dem sich das wohltuende Thermalwasser inmitten zeitgemäßen Komforts genießen lässt. Die kleine Ortschaft ist zudem nicht nur ideal für eine Rast. Hier geht man auch der indigenen Vergangenheit auf den Grund. Die Jemez Historic Site gehört zu den bedeutenden Ausgrabungsstätten im Südwesten der USA. Sie umfasst neben den Ruinen des Giusewa Pueblo die Reste der Kirche San José de los Jemez. Sie datieren aus dem Jahr 1621, womit das Gotteshaus als eine der ältesten erhaltenen Strukturen seit der Entdeckung Amerikas gilt.
Auf dem Weg dorthin begeistern wiederum geologische Features wie der markante Battleship Rock, der mit seinen schroffen Wänden ein beliebtes Kletterziel ist, oder der urige Soda Dam im Jemez River. Ablagerungen aus Kalziumcarbonat haben sich im Lauf der Erdgeschichte zu bizarren Formationen aufgetürmt. Ein beliebtes Ausflugsziel sind die Gilman Tunnels, die in den 1920-er Jahren für den Bau einer Eisenbahn in den Fels gesprengt wurden. Zwischen Jemez Springs und Jemez Pueblo zweigt eine schmale Nebenstraße vom Jemez Mountain Trail zu den Tunnels ab. Sie führt weiter mitten in die Abgeschiedenheit der Jemez Mountains National Recreation Area. Das nationale Erholungsgebiet steckt voller Naturerlebnisse für alle, die die Einsamkeit schätzen.
Durchaus geschäftig geht es dagegen in dem Ort Jemez Pueblo zu. Das Walatowa Visitor Center nimmt seine Besucher mit auf eine kulturelle Zeitreise zu den Ahnen. Mit etwas Glück kann man einer der dann und wann stattfindenden Demonstrationen beiwohnen. Dazu passend gibt es indianisches Kunsthandwerk als schöne Erinnerung zu kaufen. Auch sollte man die Gelegenheit nicht auslassen, das an einem Stand auf der Straßenseite gegenüber angebotene traditionelle Fry Bread zu probieren.
An der Einmündung des Jemez Mountain Trails in den U.S. Highway 550 grüßt in San Ysidro eine kleine Kirche die Vorbeifahrenden. Das katholische Gotteshaus im traditionellen Pueblo-Stil gibt ein hübsches Fotomotiv ab, bevor die Route, die Geschichte und Natur perfekt in sich vereint, ihren Endpunkt findet. Die Tour lässt sich natürlich auch in umgekehrter Richtung absolvieren.
Eine Fahrt auf dem Jemez Mountain Trail bietet sich für einen erlebnisreichen Tagesausflug von Santa Fe oder Albuquerque aus an. Wer noch tiefer in die Abgeschiedenheit der Gegend und ihre Naturschätze eintauchen möchte, sollte außerdem die Nebenstraßen der Strecke in Betracht ziehen. Die State Route 290 in das malerische Tal von Ponderosa mit seinen Weinbergen und die State Route 126 in Richtung Cuba versprechen weitere Erlebnisse und werden häufig dem Jemez Mountain Trail zugerechnet, was die mitunter verwirrenden Längenangaben des Byways erklärt.
Vor allem der Highway 126 verheißt abenteuerliche Wildnis in jeder Hinsicht. Nach ein paar asphaltierten Meilen wandelt sich die Strecke in eine unbefestigte Piste inmitten dichter Nadelwälder und vorbei an idyllischen Bergseen. Hier sind – zumal bei ungünstigem Wetter oder im schneereichen Winter – robuste Ausrüstung und Pioniergeist gefragt.