Taubman Museum of Art

Im Herzen von Roanoke präsentiert sich mit dem Taubman Museum of Art ein gewichtiges Kunstmuseum, das einen bemerkenswerten Kontrast zu dem als bodenständig bekannten Bild der Stadt bietet. Hinter seiner beeindruckenden Fassade verbirgt sich eine vollendete Sammlung amerikanischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, die nationale Anerkennung findet. Damit ist das Haus ein kultureller Anker, der weit über den Südwesten Virginias hinaus strahlt.

Und das sogar beinahe im Wortsinn. Denn das kühne Äußere des Museums mit seinen geschwungenen Edelstahldächern und gläsernen Fassaden gleißt in der Sonne und ist bereits aus der Ferne ein imposanter Blickfang. Die gewagte Gestaltung inmitten der altehrwürdigen Innenstadt bricht mit allen Konventionen. Doch genau hierin liegt ein besonderer Reiz, der die Neugier auf das Innere entfacht und Erwartungen weckt, die nicht enttäuscht werden.

Jenseits des lichtdurchfluteten Atriums mit seiner imposanten Freitreppe tauchen Besucher ein in eine aufwendig kuratierte Kollektion amerikanischer Kunst, in der auch Volkskunst aus den Appalachen ihren Stellenwert hat. Für die museale Qualität bürgt die Tatsache, dass das Taubman Museum of Art als Partnereinrichtung der renommierten Smithsonian Institution in Washington akkreditiert ist und damit zugleich regelmäßig Leihgaben von dort zeigen darf.

Zum Kernbestand der dauerhaften Sammlung gehören Werke namhafter amerikanischer Realisten und Impressionisten, die die Exzellenz des Taubman Museum of Art unterstreichen, darunter etwa John Singer Sargent. Dessen Porträt von Mrs. George Gribble, das für seine meisterhafte Lichtführung berühmt ist, gehört zu den herausragenden Kostbarkeiten. Ein weiteres Juwel ist das feinsinnige Abbild von Walter S. Macdowell aus der Feder des Realisten Thomas Eakins. Weitere ikonische Arbeiten, die das Haus zeigt, stammen etwa von Norman Rockwell, Childe Hassam oder Winslow Homer.

Dass das Museum nicht nur mit seinem Äußeren mutige Akzente setzt, zeigt sich in der Präsentation kontroverser Kunstobjekte wie zeitgenössischen Fotografien von Sally Mann, einer der bekanntesten Fotografinnen Virginias, oder visionären Werken des Volkskünstlers Purvis Young. Letzterer ist bekannt dafür, ungeschminkte Wahrheiten mithilfe von Abfallmaterialien ins Rampenlicht gerückt zu haben. Auf diese Weise ist ein Besuch im Taubman nicht nur eine Reise in die Seele der amerikanischen Kunst, sondern eine Einladung zum Nachdenken über Moral, Ästhetik und ihre Grenzen.

Mit kostenlosem Eintritt ist das Taubman nicht nur ein Leckerbissen für Kenner, sondern ermöglicht jedermann einen ungetrübten Zugang zu einer Kunstsammlung auf erlesenem Niveau, die den Vergleich zu den renommiertesten Häusern des Landes keineswegs zu scheuen braucht.

Nach oben scrollen