Bisbee

Das Städtchen Bisbee liegt so versteckt in einem Tal der Mule Mountains im Süden Arizonas, dass man es fast übersehen könnte. Dabei lohnt sich näheres Hinschauen ganz besonders. Denn in dem vom Bergbau geprägten Ort mischen sich städtebauliche Eigenheiten und staubige Wild-West-Romantik mit malerisch-rauem Bergland zu einem einzigartigen Ensemble. Es verspricht Touristen, die von den traditionellen Reiserouten abweichen, erstaunliche Eindrücke und Erlebnisse.

1880 gegründet und dank ergiebiger Kupfererzvorkommen bald zur seinerzeit bedeutendsten Stadt im Südwesten der USA aufgestiegen, ist es Bisbee gelungen, seinen historischen Reiz zu bewahren. Besucher spazieren durch gewundene Gassen und über steile Treppen zu altehrwürdigen Bauwerken, die sich an die steilen Berghänge schmiegen. Am besten schließt man sich der Old Bisbee Ghost Tour an. Dieser geführte Rundgang lüftet anhand interessanter Geschichten und gruseliger Anekdoten manches Geheimnis und macht mit bemerkenswerten Zeitzeugen vertraut.

Einer davon ist das Bisbee Grand Hotel in der Main Street, dem man unheimliche Begebenheiten nachsagt. In der Brewery Gulch, dem historischen Vergnügungsviertel, erfahren Teilnehmer der Tour Denkwürdiges über Schießereien, Schlägereien, käufliche Liebe und so manchen sprichwörtlichen kurzen Prozess. Hier steht auch das markante Copper Queen Hotel. Im Jahr 1902 eröffnet, ist es nicht nur das älteste Hotel in ganz Arizona, es hatte auch manche illustre Persönlichkeit zu Gast. Im ersten Haus am Platze stiegen regelmäßig Investoren der gleichnamigen Copper Queen Mine ab.

Das Bergwerk hat bis heute einen Namen für den hohen Kupfergehalt des abgebauten Erzes. Wenngleich die Förderung des roten Goldes längst Geschichte ist, profitiert Bisbee nicht nur von dem exzellenten Ruf, sondern auch in ganz praktischer Hinsicht. Die Mine ist eine der begehrtesten Attraktionen der Stadt. Sie beherbergt inzwischen ein Schaubergwerk und lässt Besucher in einem unterirdischen Stollen den harten Arbeitsalltag erleben.

Dieser Facette von Bisbees Identität widmet sich auch das Bisbee Mining & Historical Museum im beschaulichen Downtown, das für seine hochwertigen Ausstellungen bekannt ist. So erlebt man einen nachgebauten Minengang und eine umfassende Sammlung von Mineralien aus den Mule Mountains. Zu den Juwelen zählen Exemplare des „Bisbee Blue“. Dieser tiefblaue Türkis wird nicht nur für seine intensive Farbe weltweit geschätzt, sondern auch wegen seines Seltenheitswertes. Seit dem Ende des Bergbaus in der Gegend wird diese Gattung nicht mehr zutage gefördert.

Die meisten dieser Kostbarkeiten entdeckte man im nahegelegenen Lavender Pit, einem gewaltigen Tagebau. Am Rand des 295 Meter tiefen Restlochs ist ein Aussichtspunkt angelegt. Bei einem Stopp erlebt man einen Ort, dessen imposanten Ausmaße staunen lassen. Der Kontrast zu dem historischen Stadtkern mit seinen verschachtelten Gassen könnte kaum größer sein.

Benannt ist die Stadt übrigens nach Judge DeWitt Bisbee, einem Geldgeber der Copper Queen Mine. Aufgrund ihrer einstigen Bedeutung verlegte man im Jahr 1929 sogar den Sitz des Cochise County von Tombstone hierher. Die 20 Autominuten entfernte Westernstadt ist eines der bekannteren Ziele im Süden Arizonas, das sich mit Bisbee sehr gut verbinden lässt. Gleiches gilt für das Coronado National Memorial und das Chiricahua National Monument.

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