Cape Perpetua

Die Cape Perpetua Scenic Area verdient als eines der vielen landschaftlichen Juwelen an der dramatischen Küste Oregons besondere Aufmerksamkeit. Mit imposanten Formationen in zerklüftetem Basaltgestein und atemberaubenden Aussichtspunkten gehört das Landschaftsschutzgebiet zu den reizvollsten Ausflugszielen der Region und ist ein unverzichtbarer Stopp bei einer Reise auf dem Pacific Coast Scenic Byway.

Zu Füßen des Kaps, wo die Traumstraße unmittelbar an der Brandung entlangführt, erwarten Besucher gleich mehrere spektakuläre Naturphänomene. Besondere Faszination übt Thor’s Well aus. Die kesselartige Vertiefung in einer flachen Basaltstufe wirkt wie bodenloses Loch, das die schäumenden Brecher des Meeres verschluckt, um sie sogleich in einer tosenden Fontäne wieder auszuspeien. Das bemerkenswerte Spektakel, das seinen vollen Reiz beim höchsten Wasserstand entfaltet, hat unzählige Bewunderer. Kaum weniger beeindruckend ist das Spouting Horn ein kurzes Stück weiter südlich. Am Ende eines Inlets schießt bei Flut und ausreichendem Wellengang eine zischende Salzwasserfontäne in die Luft.

So verlockend diese Naturschauspiele auch sind, sei Schaulustigen zu größter Vorsicht geraten. Der Fels ist rutschig und die Brandung unberechenbar. Vor allem die unvorhersehbaren Sneaker Waves sind tückisch. Die Riesenwellen kommen buchstäblich aus dem Nichts und sind lebensgefährlich. Am sichersten hält man sich daher auf den ausgewiesenen Aussichtsplattformen und dem Captain Cook Trail als offiziellem Weg auf.

Ein dichtes Netz an Trails führt übrigens in und durch das Hinterland des Cape Perpetua, in dem sich ein völlig anderer Aspekt der Natur zeigt. Im Gegensatz zum zerklüfteten und felsigen Küstensaum lässt sich hier ein tiefgrüner Regenwald durchstreifen, in dem riesige Sitka-Fichten seit jeher den Naturgewalten standhalten. Die moosbewachsenen Bäume lassen den Wald nicht nur surreal erscheinen, sondern bieten mit ihrer Stille einen Kontrast zu der tosenden Brandung des Ozeans, der größer kaum sein könnte.

Auf keinen Fall auslassen darf man den Cape Perpetua Overlook, den man wahlweise auf Wanderwegen oder mit dem eigenen Fahrzeug erreicht. Aus 240 Metern Höhe bietet sich ein umwerfendes Panorama über das Kap hinweg bis weit aufs Meer hinaus. Schutz vor gelegentlichen Witterungsunbilden verheißt das vom Civilian Conservation Corps in den 1930-er Jahren errichtete West Shelter. Der höchstgelegene Aussichtspunkt seiner Art im Verlauf der gesamten Westküste der USA eignet sich damit hervorragend für einen unvergesslichen Sonnenuntergang.

Die Cape Perpetua Scenic Area ist daher ein Ort, an dem man in vielen Fällen den Einbruch der Dunkelheit erlebt. Die Nacht kann man idealerweise gleich auf dem Cape Perpetua Campground verbringen. Der malerisch am Ufer des Cape Creek inmitten des Küstenregenwaldes gelegene Campingplatz ist allerdings sehr populär und daher oft schnell ausgebucht. In dem Fall lässt sich auf andere Campingplätze in der Umgebung wie den Tillicum Beach Campground ausweichen. Weitere Unterkünfte finden sich in Yachats. Bis zu der nächstgelegenen Ortschaft sind es keine fünf Autominuten.

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