Der raue Charme der Pazifikküste und eine lange Geschichte vereinen sich in Astoria auf so fabelhafte Weise, dass man sich in die kleine Hafenstadt an der Mündung des Columbia River glatt verlieben könnte. Entspannte und herzliche Bewohner, ausgeprägtes Traditionsbewusstsein und eine bodenständige Gastronomie tun ihr Übriges, um den Ort zu einer der Perlen Oregons werden zu lassen.
In der ältesten dauerhaften Ansiedlung der USA westlich der Rocky Mountains gibt es einiges zu entdecken. Am besten schwingt man sich in den Astoria Riverfront Trolley, einen historischen Straßenbahnwagen, der dem Ufer des Columbia River folgt und auf seiner fünf Kilometer langen Route die historische Innenstadt vollständig durchquert. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1999 hat sich der Riverfront Trolley nicht nur zu einer touristischen Ikone Astorias entwickelt, sondern bringt seine Fahrgäste zu markanten Sehenswürdigkeiten.
Der wichtigste Halt ist das Columbia River Maritime Museum, eines der bedeutendsten Museen der Region und ein Aushängeschild der Stadt. Seine Ausstellungen und interaktive Erlebnisse haben in erster Linie mit dem mächtigen Columbia River zu tun, den man nicht nur durch große Fensterfronten bestaunen kann. Der vorbeifließende Strom ist buchstäblich mit dem Museum verwoben. An einem Anleger ist mit dem Lightship Columbia eines der imposantesten Exponate des Hauses festgemacht.
Nicht weit davon lässt sich im ehemaligen Rathaus der Stadt in ihre lange Geschichte eintauchen. Das dort eingerichtete Heritage Museum beleuchtet alle Facetten, von den Ureinwohnern, die die Gegend vor der Gründung Astorias im Jahr 1811 ihr Zuhause nannten, über die Rolle der Stadt als Hochburg des Schmuggels während der Prohibition bis zum Fischfang und Eisenbahnwesen, die wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand brachten.
Der Reichtum lässt sich noch heute an den sorgsam gepflegten viktorianischen Villen ablesen, die die Hügel der Stadt zieren. Einige dieser hübschen Bauwerke sind sogar für die Öffentlichkeit zugänglich, sei es in Form von Hausmuseen wie dem Captain George Flavel House oder als Herberge wie das Benjamin Young House.
Im Oregon Film Museum werden Erinnerungen an Filme wie „Free Willy“ oder „Twilight“ wach, die in der Region gedreht wurden. In besonders prominenter Erinnerung dürften manchem die „Goonies“ aus dem Jahr 1985 sein. Requisiten und Hintergrundinformationen lassen tief in das Geschehen dieses Kultfilms eintauchen, bevor man sich weiteren Schauplätzen zuwendet, an denen der Film gedreht wurde. Das „Goonies House“ in der 38th Street ist eine regelrechte Pilgerstätte, allerdings sollten Fans die Privatsphäre seiner Bewohner respektieren.
Ebenfalls in dem Film zu sehen ist die Astoria–Megler Bridge, die von Astoria aus die Mündung des Columbia River überspannt und Oregon mit Washington am anderen Flussufer verbindet. Die Brücke ist nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern ein Highlight für Technikbegeisterte. Sie ist die längste Fachwerkbrücke der USA. Mit bis zu 60 Metern Höhe bietet sich eine fabelhafte Aussicht, die man (außer beim jährlichen Brückenlauf, dem Great Columbia Crossing im Oktober) leider nur beim Fahren erleben kann. Wer einen Postkartenblick über Astoria und seine imposante Umgebung in aller Ruhe auskosten möchte, findet mit den Pigeon Steps, einer beliebten Freitreppe in der 11th Street, eine gute Gelegenheit.
Für den beeindruckendsten Ausblick begibt man sich stattdessen einfach zur Astoria Column, einem weiteren Markenzeichen Astorias. Die reichlich mit Motiven aus der Geschichte Oregons verzierte Gedenksäule aus dem Jahr 1926 befindet sich auf dem Coxcomb Hill und verfügt über eine Aussichtsplattform in mehr als 30 Metern Höhe. Wer die 164 Stufen umfassende Wendeltreppe erklommen hat, wird mit einem phänomenalen 360-Grad-Panorama belohnt. Ein beliebtes Ritual ist es, kleine Holzflieger von der Plattform in die Lüfte Astorias segeln zu lassen, die man vor Ort kaufen kann.
Ein Ausflug in die lokale Gastronomie rundet das Erlebnis Astoria perfekt ab. Wie es sich für eine Hafenstadt gehört, kommen Köstlichkeiten aus dem Meer buchstäblich vom Boot auf den Teller. Ein einheimischer Klassiker sind Fish and Chips, die man fangfrisch zum Beispiel beim Bowpicker aus einem umgebauten Fischerboot heraus erhält. Auch der in den Küstengewässern gefangene Albacore-Thunfisch ist eine Delikatesse. Zu alldem passt natürlich ein vor Ort gebrautes Bier. Beliebte Brauhäuser in alten Lagerhallen am Ufer des Columbia River verheißen eine urige Atmosphäre, die hervorragend zum Charakter der Stadt passt.
Astoria ist übrigens ein idealer Ausgangspunkt für eine unvergessliche Reise auf dem Pacific Coast Scenic Byway, einer der bemerkenswerten Traumstraßen der USA.