Der Vicksburg National Military Park in Mississippi erinnert an die Belagerung von Vicksburg im Jahr 1863. Der weitläufige Gedenkort voller historischer Schauplätze, zahlreicher Monumente und Ort eines Nationalfriedhofs ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit der kleinen Stadt im Westen des Staates.
Der Park rahmt Vicksburg nördlich und östlich buchstäblich ein. Von hier aus belagerten Unionstruppen von Mai bis Juli 1863 ganze 47 Tage lang die Stadt, die wegen ihrer Lage am Mississippi von strategischer Bedeutung war. Ziel der Belagerung war es, die Kontrolle über den Fluss zu erlangen und damit die wirtschaftlich wichtige Lebensader der Konföderation abzuschneiden. Der Plan ging auf, indem die Union ausgerechnet am symbolträchtigen 4. Juli 1863 die Stadt einnahm und damit die Konföderation entscheidend schwächte.
Die Kampfhandlungen von Vicksburg waren damit ein Meilenstein, der maßgeblich dazu beitrug, den Weg zum Kriegsende neun Monate später zu ebnen. So wundert es nicht, dass die Amerikaner den Vicksburg National Military Park ähnlich stark verehren wie den Gettysburg National Military Park. Dort wurde zur gleichen Zeit eine weitere Schlacht geschlagen, die das Ende des Bürgerkriegs vorbereitete. Beide Ereignisse gelten als die zentralen Wendepunkte im Kriegsgeschehen.
Entsprechend dieser enormen Bedeutung ist der Vicksburg National Military Park mit unzähligen Monumenten und Denkmälern bestückt. Es sind so viele, dass das mehr als zehn Quadratkilometer umfassende Areal zu den am reichsten ausgestatteten Schlachtfeldparks der Nation zählt. Auf einer insgesamt rund 25 Kilometer langen Panoramastraße gelangt man zu vielen der bedeutendsten Monumente, die die Hügel zieren.
Zu den Highlights gehört das Illinois Memorial, das imposanteste und auch am meisten fotografierte Denkmal des Parks. Es ist dem römischen Pantheon nachempfunden und reich an Symbolkraft. So führt der Weg zu dem Denkmal über 47 Treppenstufen, von denen jede für einen Tag der Belagerung steht. Im Inneren sind die Namen aller 36.325 aus Illinois stammenden Soldaten auf Bronzetafeln eingraviert, die an der Kampagne beteiligt waren.
Im wahrsten Sinn des Wortes herausragend ist das Navy Memorial. Das Monument zu Ehren der Marine, die ebenfalls an der Vicksburg-Mission beteiligt war, ist mit mehr als 61 Metern das höchste Denkmal im Vicksburg National Military Park und schon von Weitem zu sehen. Mit seiner Form eines Obelisken erinnert es stark an das Washington Monument in der Bundeshauptstadt Washington.
Bemerkenswert für ihre architektonische Gestaltung sind darüber hinaus die Gedenkstätten zu Ehren der Staaten Kentucky und Mississippi. Wer diese und weitere Monumente studieren möchte, sollte genug Zeit mitbringen. Dies gilt umso mehr, als die beliebte Tour Road entlang historischer Belagerungslinien auch zu anderen Höhepunkten im Vicksburg National Military Park führt, die sich Besucher nicht entgehen lassen dürfen. Dazu gehört mit dem Shirley House das einzige Haus aus der Zeit der Belagerung, das in dem Nationalpark heute noch existiert.
Ein Muss ist das USS Cairo Museum. Das Museum zeigt die historische USS Cairo, eines der ersten gepanzerten Kanonenboote der Union, das eine bewegte Geschichte zu erzählen weiß. Es wurde während des Bürgerkrieges im vorbeifließenden Yazoo River versenkt, fristete einhundert Jahre am Grund des Flusses und wurde nach seiner erfolgreichen Bergung umfangreich restauriert. Zusammen mit unzähligen Zeitzeugnissen bietet das Schiff einen authentischen Einblick in die Seekriegsführung im 19. Jahrhundert.
Ganz in der Nähe erstreckt sich mit dem Vicksburg National Cemetery ein besonders bewegender Ort des Gedenkens. Als letzte Ruhestätte von mehr als 17.000 Unionssoldaten ist er der größte Bürgerkriegsfriedhof der USA. Ein Muss und für manchen krönender Abschluss des besuch im Vicksburg National Military Park ist schließlich der Fort Hill. Die für lange Zeit uneinnehmbare Anhöhe war eine Schlüsselposition der konföderierten Truppen. Besucher erleben heute einen schönen Ausblick über die Umgebung.
Der Vicksburg National Military Park lässt sich wunderbar mit einer Erkundung von Vicksburg selbst verbinden. In der hübschen Kleinstadt gibt es mehrere Museen, die sich zumindest zum Teil mit den lokalen Ereignissen während des Bürgerkriegs befassen, darunter das prominent gelegene Old Court House, das immer wieder unter Beschuss stand. Besucher erwartet außerdem einladendes Südstaaten-Flair. Wer möchte, kann sich auch in einem der Kasinos am Mississippi River vergnügen.