Delaware Art Museum

Das Delaware Art Museum ist zwar beileibe nicht in der Nähe der größten und besucherstärksten Museen der USA angesiedelt. Das Kunstmuseum in Wilmington gehört aber dennoch zu den bedeutendsten Häusern seiner Art. Mit seinen spezialisierten Sammlungen bietet es sogar kulturelle Höhepunkte von Weltformat.

Sein internationales Renommee gründet sich in erster Linie auf die einzigartige Kollektion von Präraffaeliten-Kunst, einer revolutionären britischen Kunstbewegung des 19. Jahrhunderts. Sie ist berühmt für naturalistische, mythologische und literarische Motive und ihre detailreiche Darstellung sowie eine leuchtende Farbgebung. Zu sehen sind Werke prominenter Vertreter wie William Holman Hunt oder John Everett Millais, die ihre Betrachter mit außergewöhnlicher Schönheit fesseln. Das Delaware Art Museum beherbergt die größte und bedeutendste Kunstsammlung dieser Richtung außerhalb des Vereinten Königreichs und ist allein schon deshalb einen Besuch wert.

Das Museum besticht zudem mit einzigartigen Sammlungen von amerikanischer Kunst, die ihm auch für sich genommen ohne Weiteres einen herausragenden Stellenwert einbringen. So verfügt es über eine der umfassendsten und wichtigsten Kollektionen amerikanischer Illustrationen. Ausgesprochen stolz ist man auf die Werke von Howard Pyle, der nicht nur für sein künstlerisches Talent angesehen ist, sondern als Sohn der Stadt Wilmington besonders verehrt wird.

Zum Repertoire des Delaware Art Museums mit insgesamt mehr als 12.000 Objekten gehört auch die landesweit größte Sammlung von Werken von John Sloan und der Künstlergruppe „The Eight“. Sie umfasst zahlreiche realistische Darstellungen des Alltags im amerikanischen Stadtleben, für die die Gruppe bekannt ist. Zu sehen sind oftmals ungeschönte Szenen, was den Künstlern schnell den spöttischen Beinamen „Ashcan School“ einbrachte, der auch heute noch – allerdings ohne abwertenden Unterton – gebräuchlich ist.

Wer sich nur halbwegs für diese Schwerpunkte interessiert, kommt am Delaware Art Museum nicht vorbei. Daneben präsentiert das 1912 gegründete Haus einen Querschnitt weiterer amerikanischer Kunstwerke ab dem 18. Jahrhundert. Zudem ist eine wachsende Kollektion zeitgenössischer Werke zu sehen, die sich oft kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Das permanente Angebot ergänzen wechselnde Sonderschauen, so dass es immer wieder etwas Neues zu bewundern gibt.

Abgerundet wird das Spektrum des Delaware Art Museums durch den Copeland Sculpture Garden, einen weitläufigen Skulpturengarten hinter dem Gebäude. Mehr als 20 Kunstinstallationen sind in eine für die Umgebung typische Parklandschaft eingebettet. Besondere Aufmerksamkeit verdienen der „Crying Giant“ als eines der ausdrucksstärksten Werke und „Three Rectangles Horizontal Jointed Gyratory III“. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich eine bewegliche Skulptur, die beim leisesten Windhauch ihre Form ändert und mustergültig für die Verbindung von Ästhetik und Technik steht. In der warmen Jahreszeit dient die Gartenanlage als ansprechender Rahmen für Konzerte und andere Veranstaltungen.

Das Delaware Art Museum hat seinen Platz am nordwestlichen Stadtrand und lässt sich wunderbar in einen Kulturausflug in die nähere Umgebung integrieren, der garantiert in Erinnerung bleibt. Gleich auf der anderen Seite des Brandywine Creek befinden sich mit dem Hagley Museum und dem Nemours Estate zwei erlesene Sehenswürdigkeiten, die den unternehmerischen Geist und unermesslichen Reichtum der Familie du Pont widerspiegeln. In der weiteren Nachbarschaft bieten der Rockwood Park & Museum, das Winterthur Museum, Garden & Library oder das Delaware Museum of Nature & Science weitere Gelegenheit, in das reiche Erbe von Wilmington und seiner Umgebung einzutauchen.

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