Mit Cannon Beach erwartet Besucher von Oregons ohnehin traumhafter Pazifikküste ein Ferienort wie aus dem Bilderbuch. Das beschauliche Städtchen von gerade einmal 1.500 Einwohnern im Nordwesten des Bundesstaates ist ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner der Metropole Portland. Es lockt aber auch unzählige Gäste aus aller Welt an, die Cannon Beach als Station am Pacific Coast Scenic Byway zu schätzen wissen. Das renommierte Magazin „National Geographic“ würdigte die Gemeinde sogar als einen der einhundert schönsten Orte auf der Welt.
Zu verdanken dürfte dies in erster Linie einem traumhaften Strandabschnitt in Höhe von Cannon Beach mit dem markanten Haystack Rock sein. Der 72 Meter hohe Fels in Form eines Heuschobers ragt prominent aus dem flachen Wasser des Ozeans und zählt gemeinsam mit einigen kleineren Felsen in seiner Nachbarschaft zu den berühmtesten Fotomotiven Oregons. Bei Ebbe erreicht man den Haystack Rock sogar trockenen Fußes.
Der Strand ist entsprechend ein ganzjährig gefragter Ort; an heißen Sommertagen laden die kalten Fluten des Pazifischen Ozeans sogar zu einem erfrischenden Bad ein. Einen herrlichen Überblick über die eindrucksvolle Szenerie erhält man vom Ecola State Park aus, der sich im Norden von Cannon Beach befindet und neben Aussichtspunkten einige schöne Wandermöglichkeiten und weitere Strände bietet. Eine weniger stark besuchte Alternative ist die Arcadia Beach State Recreation Site in der Gegenrichtung.
Die Stadt ist berühmt für ihre Kunstszene, die jedenfalls zum Teil wiederum mit dem Strand zu tun hat. Und zwar in Form des alljährlichen Wettbewerbs im Bauen von Sandburgen. Bei dem Event im Juni entstehen filigrane Kunstwerke aus Sand, die staunen lassen. Mit dem Spring Unveiling im Mai und dem Stormy Weather Arts Festival im Herbst richtet Cannon Beach zwei weitere bedeutende Kunstfeste aus. Wer diese Höhepunkte verpasst, kommt das ganze Jahr über in den zahlreichen Kunstgalerien im Ort auf seine Kosten.
Überhaupt macht ein Bummel durch die einladenden Straßen von Cannon Beach Freude. Im vom Ecola Creek förmlich eingerahmten Downtown geht es dem kaum abreißenden Besucherandrang zum Trotz recht geruhsam zu, fast schon gemütlich. All die Geschäfte, Restaurants, Pensionen und selbst die größeren Hotels des Ortes wirken sehr authentisch. Damit dieses ursprüngliche Flair erhalten bleibt, stellt das Städtchen sicher, dass die in den USA üblichen großen Ketten hier keine Filiale eröffnen dürfen. Wer sich näher für die lokale Geschichte interessiert, wird im History Center and Museum bestimmt fündig.
Dort ist auch die Kanone zu sehen, der Cannon Beach seinen Namen verdankt. Sie stammt von dem Marinesegler Shark, der 1846 vor der Küste Oregons sank. Ein Teil des Wracks mit der Kanone trieb ab und wurde nahe der Halbinsel Tillamook Head an Land gespült. Nachdem sie dort unter Sand begraben war, entdeckte man sie Jahrzehnte später wieder, restaurierte sie und präsentiert sie nicht ohne Stolz als ein ganz besonderes Zeugnis der Geschichte.