Das Whitney Museum ist eine der ersten Adressen der USA für moderne Kunst. Das in New York City angestammte Museum beherbergt eine der größten Kollektionen amerikanischer Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert und umfasst Gemälde, Zeichnungen, Drucke, Skulpturen, Installationen und zahllose andere Objekte von mehr als 4.000 zeitgenössischen Künstlern. Wer sich für diese Kunstrichtung und insbesondere die aktuellsten Entwicklungen in diesem Bereich interessiert, kommt an diesem Ort nicht vorbei.
Seinen Sitz hat das Whitney, wie das Haus in der lässigen Weise der Einheimischen meist nur verkürzend bezeichnet wird, seit dem Jahr 2015 in der Gansevoort Street im Meatpacking District. Hier – unmittelbar am südlichen Beginn der populären High Line und nur durch die West Street vom Ufer des Hudson River getrennt – bezog es einen imposanten Neubau, der den mehr als 25.000 Ausstellungsstücken des Museums einen großzügigen, luftigen und äußerst würdigen Rahmen verleiht.
Zu verdanken ist das Museum der Bildhauerin und begeisterten Kunstsammlerin Gertrude Vanderbilt Whitney, die ab 1905 mehr als 700 Werke zusammentrug. Nachdem sie diesen schon damals beachtlichen Schatz erfolglos dem Metropolitan Museum of Art angeboten und andererseits das gerade erst eröffnete Museum of Modern Art einen regelrechten Hype um moderne Kunst ausgelöst hatte, entschloss sie sich kurzerhand, ihr eigenes Museum zu gründen. 1931 öffnete das Whitney Museum in drei unscheinbaren Reihenhäusern in der 8th Street seine Pforten.
Im heutigen Whitney Museum erinnert nichts an die vergleichsweise bescheidenen Anfänge der Einrichtung, die im Laufe der Zeit mehrfach ihren Standort wechselte und eine immer umfangreichere Sammlung aufbaute. Zum Bestand gehört seit dem Jahr 2018 zum Beispiel eine aus rund 400 Werken bestehende Kollektion des namhaften Pop-Art-Künstlers Roy Lichtenstein. Ein weiteres kostbares Asset ist der gesamte künstlerische Nachlass des berühmten amerikanischen Realisten Edward Hopper, der mehr als 3.000 Werke umfasst. Ein besonders schönes Detail ist, dass man der Museumsgründerin selbst in Form eines Gemäldes begegnen kann. Der berühmte Maler Robert Henri zeigt Gertrude Vanderbilt Whitney auf einem Sofa liegend. Das Werk stammt aus dem Jahr 1916.
Nicht entgehen lassen sollte man sich die mit Kunst bestückten Außenterrassen, die gleichzeitig schöne Ausblicke versprechen. Die Studio Bar auf dem Dach lädt mit einer tollen Aussicht zu einem lässigen Snack oder Drink ein. So macht ein Museumsbesuch gleich doppelt Spaß, obgleich die Tickets nicht zu den preiswertesten Dingen im Big Apple zählen. Wer kann, sollte sich das Whitney Museum für den Freitagabend vormerken oder am zweiten Sonntag im Monat vorbeischauen. Dann ist der Eintritt nämlich kostenlos, die Nachfrage aber auch enorm. So oder so zählt das Haus zu den 30 meistbesuchten Museen in den Vereinigten Staaten und den Top 100 unter den Kunstmuseen weltweit.
Berühmt ist das Whitney Museum schließlich für die Whitney-Biennale. Die ursprünglich jährlich und heute alle zwei Jahre stattfindende Kunstausstellung gilt als älteste und bedeutendste Schau zeitgenössischer Kunst in den Vereinigten Staaten und bietet aufstrebenden Talenten eine Plattform. Zeitgenössische Größen wie etwa Jackson Pollock oder Georgia O’Keeffe erlangten auf diese Weise breite Bekanntheit.