Zwar wird der Pazifikanrainer Oregon immer wieder für seine wilde und zerklüftete Steilküste gefeiert, doch gibt es einen Abschnitt, der für ein anderes Extrem berühmt ist. Es sind die Oregon Dunes. Mit Sanddünen, die sich bis zu 150 Meter hoch auftürmen, umfasst die Gegend rings um die Mündung des Umpqua Rivers eine der weltgrößten Dünenlandschaften an einer Küste. Geschützt als Oregon Dunes National Recreation Area, erwarten Besucher hier sagenhafte Naturerlebnisse und phantastische Freizeitmöglichkeiten.
Die einzigartige Dünenlandschaft erstreckt sich über rund 60 Kilometer, und zwar in etwa von Florence im Norden bis nach North Bend im Süden. Zu verdanken sind die Oregon Dunes den natürlichen Besonderheiten der Region. Einmündende Flüsse tragen fein gemahlene Sedimente von den Bergen im Inland zum Meer, wo günstige Strömungen und Windverhältnisse seit jeher dafür sorgen, dass sich die Partikel zu den imposanten Dünen auftürmen. Das Erholungs- und Schutzgebiet umfasst insgesamt eine Fläche von rund 130 Quadratkilometern. Ein Fünftel davon ist mit Dünen bedeckt. Die Oregon Dunes National Recreation Area ist ein Teil des Siuslaw National Forest und wird von Forest Service der USA verwaltet.
Eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen ist es, die Sanddünen mit Buggies bzw. OHVs (Off Highway Vehicles) zu durchqueren. Die größten Gebiete für Offroad-Abenteuer sind die Horsefall OHV Area und die Spinreel OHV Area. Populär ist überdies die Umpqua Beach OHV Area. Entsprechende Gefährte können übrigens vor Ort angemietet werden, so dass man sich auch kurzfristig entschließen kann, einen halsbrecherischen Ritt durch die Dünenlandschaft zu wagen. Erhältlich sind auch motorisierte Ausflüge, die von einem Tourguide angeführt werden. In beiden Fällen ist das Vergnügen nicht ganz billig und auch in ökologischer Hinsicht nicht gerade mustergültig, aber ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Als umweltverträgliche Alternative mit Erinnerungspotenzial kommt übrigens ein Ausritt zu Pferde in Betracht. Gleiches lässt sich auch von einer Paddeltour auf einem der zahlreichen Gewässer des Parks behaupten, bei der man die Dünenlandschaft aus völlig anderem Blickwinkel erlebt. Beliebt sind zum Beispiel Ausflüge von Siltcoos River Trail von Dunes City aus.
Ohnehin ist es längst nicht in allen Bereichen der Oregon Dunes National Recreation Area erlaubt, die Dünen auf motorisierte Weise rasant zu durchpflügen. Weite Teile des Areals mit Seen, Wäldern und ökologischen Nischen sind für ihre wertvolle Flora und Fauna bekannt und stehen unter Naturschutz. So sind die Oregon Dunes die Heimat von jeweils mehr als 400 Pflanzen- und Tierarten, darunter der geschützte Schneeregenpfeifer. Für ihn sind während der sommerlichen Brutsaison sogar Wanderwege wie der Oregon Dunes Trail teilweise gesperrt. Am besten informiert man sich zuerst im Visitor Information and Interpretive Center im zentral gelegenen Reedsport über die aktuellen Bedingungen und zu beachtende Vorschriften.
Reedsport als größter Ort der Umgebung bietet sich zugleich an, um sich zu verpflegen oder für die Nacht niederzulassen. Ansonsten gibt es innerhalb der Oregon Dunes eine Reihe von Campingplätzen. Eine Übernachtung kann nämlich durchaus ratsam sein, wenn man an der beeindruckenden Naturlandschaft Gefallen gefunden hat und mehr entdecken möchte, als es innerhalb eines Tages möglich wäre.
Für die eine oder andere Wanderung durch die Dünen – immer noch eine der besten Möglichkeiten, die faszinierende Landschaft zu entdecken – sollte man sich von vornherein mehr Zeit nehmen. Die einfachsten Möglichkeiten, zu den Sandbergen zu gelangen, bieten sich in der Oregon Dunes Day Use Area, am Ufer des Cleawox Lake und im Bereich der South Jetty. Wer sich mit einem Sandboard bewaffnet – das Pendant zum Snowboard für Sand kann man in der Region mieten – sammelt bei einer rasanten Abfahrt die Hänge hinab weitere Erlebnisse. Auf dem John Dellenback Dunes Trail, der kilometerweit durch eines der größten Dünenfelder führt, fühlt man sich wie in eine Sandwüste versetzt.
Ein besonderes Highlight – sogar im Wortsinn – sind die Umpqua Dunes. Sie gehören zu den höchsten Dünen des Parks und versprechen ein imposantes Panorama. Mit etwas Glück lassen sich im Winter und zeitigen Frühjahr im Pazifik vorbeiziehende Wale beobachten. Hoch hinaus geht es auch im historischen Umpqua River Lighthouse, das heute als Museum dient.
Mit dieser enormen Mischung aus Natur und Freizeitangeboten sind die Oregon Dunes eines der Highlights am Pacific Coast Scenic Byway. Auf der Tourismusstraße gelangt man zügig zu allen Bereichen des 1972 eingerichteten Parks.